Jahresschluss bei der Seniorenvereinigung Püttlingen

Mit einem Nachmittag ganz besonderer Art beendeten die Püttlinger „Senioren“ ihr umfangreiches Jahresprogramm. Man traf sich im liebevoll von Ursula Sander und ihrem Team geschmückten Raum an festlich gedeckten Tischen. Der Zitherverein unter der Leitung von Hans-Dieter Speicher eröffnete mit dem „Sachranger Menuett“ das anspruchsvoll zusammengestellte Programm.

Ernst Schmitt begrüßte die vielen Gäste und ließ es sich nicht nehmen, dem Verein zu seinem 125jährigen Jubiläum zu gratulieren. Anschließend intonierte der „Dreigesang“ (Caroline Ferdinand, Andrea Blum-Schröter und Dorothe Schmidt) mit „Mariä Verkündigung“ eine bayrische Volksweise.

Im Mittelpunkt stand wie gewohnt die Ansprache von Pastor Hans-Georg Müller. Hinter vordergründiger Heiterkeit verbarg er ein ernstes Anliegen: Weihnachten wiederhole sich Jahr für Jahr und sei doch immer wieder anders. Er brachte die Zuhörer mit einer Anekdote zum Schmunzeln: Ein sehr seltener Gottesdienstbesucher beschwert sich beim Pfarrer: „Ihre Gottesdienste sind langweilig, immer wieder das gleiche Programm. Jedes Mal, wenn ich in die Kirche komme, singen wir Weihnachtslieder“. Dieser Kirchenbesucher übersah wie viele andere Gläubige, dass man das Fest von Christi Geburt immer wieder neu erleben könne. Hans-Georg Müller hatte als anschauliches Beispiel eine Matrjoschka mitgebracht, jene russische Puppenserie, wo eine Figur in die nächstgrößere passt. Ein Junge sieht Weihnachten als das Fest der Geschenke, der Sechzehnjährige, zwar genervt von der „Familie“, begreift immer noch das Besondere der Heiligen Nacht. Der Fünfzigjährige erkennt (zu) spät, dass der Beruf seinen Lebensinhalt geprägt hatte. Mit 80 ist der Mann allein im „Betreuten Wohnen“, eher wehmütig als traurig. Der Referent zeigt die letzte Puppe: immer wieder das Gleiche, immer wieder anders – eine Freude, Hans-Georg Müller zuzuhören!

Ein Gedicht aus Haiti, von Helga Schmitt vorgetragen, leitete über zu einem wunderschönen Satz aus dem Burgenland: „Es wird ein Stern aufgehen“, intoniert vom Zitherverein und dem „Dreigesang“. Ernst Schmitt in Vertretung des erkrankten Vorsitzenden Rudolf Müller dankte dem Zitherverein und den Sängerinnen, die einmal mehr einen ganz besonderen Nachmittag bei der Seniorenvereinigung Püttlingen gestaltet hatten. „Das Chrischtkinnchen“, abschließend von den musikalischen Gästen vorgetragen, hatte einen besonderen Bezug zur Köllertalgemeinde, hat doch den Text der aus Püttlingen stammende Mundart-Autor Friedrich Ebert verfasst. Komponiert wurde der Satz von Bernhard Lederer, einem bayrischen Musiker, der wenige Tage zuvor der Uraufführung dieser Melodie im Kloster Heilig Kreuz beigewohnt hatte. Der Abend klang in guter Stimmung aus. (ek)

zu weiteren Fotos von Erich Keller