Der Demenz-Verein im Köllertal

Im Rahmen der Reihe „Püttlinger Vereine stellen sich vor“ konnte der Vorsitzende Rudolf Müller Frau Anita Lender-Beck begrüßen, die den Demenz-Verein im Köllertal führt. Die Referentin berichtete in einem informativen Vortrag zunächst, wie sie durch persönliche Betroffenheit zur Mitarbeit im Demenz-Verein gekommen war. Dadurch habe sie den Auftrag übernommen, sich und andere mit der Krankheit vertraut zu machen. Seit August 2017 verfügt der Verein über eigene Räume. Im Bild stellte sie den Vorstand und die Mitarbeiter vor, wobei sie einräumte, dass sich die Finanzierung oft schwierig gestaltet.

Die Arbeit, so erläuterte Anita Lender-Beck, erfolgt in Einzelberatungen und in Gruppenbetreuung; so gebe es eine Lichtblickgruppe, in der über alles geredet werde, was von Interesse ist, zudem mehrere Angehörigengruppen, die der Beratung und dem Verstehen dienen. Weniger erfolgreich sei die Kreativgruppe, weil Betroffene ihre Krankheit gern verschweigen. Eine wichtige Rolle spielt die häusliche Betreuung, die im vergangenen Jahr mehr als 1100 Stunden Hilfe geleistet habe, die allerdings keine Pflege beinhaltet.

Zwei Schulungsreihen sind mit insgesamt 58 Teilnehmern recht erfolgreich. Mehr als 50 Beratungen erfolgten im Büro oder in der häuslichen Umgebung, über 70 in intensiven Telefongesprächen. Eine Gruppe für Frühbetroffene werde nur schwer angenommen, weil sich niemand gern als krank einordnen lässt. Wichtig für den Erfolg des Vereins sei die fürs Saarland typische Vernetzung, etwa mit dem Regionalverband, dem Sozialministerium, Krankenkassen und anderen Vereinen.

Nicht unproblematisch sei die Finanzierung, die durch den Regionalverband erfolgt, aber auch durch die Kommunen. Spenden seien ein wichtiger Beitrag. Ein Ziel sei es, die „demenzfreundliche Kommune“ zu erreichen: Betroffene müssten ihren Platz in der Gesellschaft finden. Frau Lender-Beck schloss mit dem Hinweis, dass es sich nicht um einen Verein im herkömmlichen Sinne handele, sondern eine soziale Einrichtung, die sich nicht mehr wegdenken lässt. Ziel sei es, den Status einer regionalen Fachberatungsstelle zu erreichen, um wenigstens personelle Sicherheit zu haben. Den Zuhörerinnen und Zuhörern gab sie mit auf den Weg: „Mach aus dem IRGENDWANN ein JETZT, damit es kein NIE wird.“ Rudolf Müller bedankte sich im Namen aller für den überaus wichtigen Vortrag. (ek)

weitere Fotos von Olaf Reeck