„Pura Vida“: Die Seniorenvereinigung Püttlingen „unterwegs“ in Costa Rica

Zweimal im Jahr lädt die Seniorenvereinigung Püttlingen zu Lichtbildervorträgen im Versammlungsraum auf der Ritterstraße ein. Dieser Tage waren das Ausnahmeland Costa Rica und der Nachbarstaat Panamá Gegenstand der Power-Point-Präsentation. Der Vorsitzende Rudolf Müller konnte neben den Mitgliedern der Vereinigung auch Gäste begrüßen, die sich auf eine Reise nach Mittelamerika vorbereiten wollten.

Der Referent Erich Keller hieß die Zuhörer und Zuhörerinnen mit dem Gruß „Pura Vida“ willkommen, was in etwa „Gutes Leben“ heißt. Dies ist der Lebensgrundsatz in dem außergewöhnlichen mittelamerikanischen Land. Er wies gleich zu Anfang darauf hin, dass Costa Rica nachhaltig wirtschaftet. Fast der gesamte Energiebedarf werde ökologisch verantwortungsvoll gedeckt. Ein Viertel der Landesfläche stehe unter Naturschutz; auch den Tourismus fördere man, anders als etwa Mexiko und die Dominikanische Republik, nur soweit, dass er dem Land keinen Schaden zufügt. Zudem habe der Staat, anders als die Nachbarländer, keine Armee und fahre offensichtlich ganz gut damit.

Im Bildteil beeindruckten vor allem die Aufnahmen um den auch heute noch aktiven Vulkan Arenal, aber auch die zahlreichen Tier- und Pflanzenaufnahmen. Besonders die vielfältig bunte Vogelwelt nahm breiten Raum ein. Die Schilderung des tropischen Regenwaldes mit seinen besonderen Risiken, der dauernden Feuchtigkeit und der zuweilen bitteren Kälte, war für viele Gäste neu.

Kritisch setzte sich Erich Keller mit den von den Industrieländern diktierten Handelsbedingungen auseinander. Es sei schwer nachzuvollziehen, dass ein Apfel aus mitteleuropäischer Produktion dreimal mehr als eine Banane aus dem zehntausend Kilometer entfernten Costa Rica koste; ebenso könne der in Mittelamerika geerntete Kaffee auch im Lande selbst statt beispielsweise in Bremen verarbeitet werden.

Panamá, der reichste Staat in Lateinamerika, zeigte sich vor allem in der Hauptstadt sehr amerikanisch, der Hafen Colón am karibischen Eingang des Panama-Kanals mit fast industrieller Hässlichkeit. Ein Besuch bei den abgeschieden lebenden Embera-Indianern zum Abschluss war eher Nachweis für all das, was in Lateinamerika durch die Assimilation der eingeborenen Bevölkerung verlorengegangen als ein Event für Touristen.

Selten war die Anerkennung für einen Lichtbildervortrag so groß wie an diesem Nachmittag. So konnte sich Rudolf Müller im Namen der Zuhörerinnen und Zuhörer herzlich bedanken und zugleich die Hoffnung äußern, den Referenten auch im nächsten Semester begrüßen zu können. (ek)

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