Adventsfeier mit „ministeriellem Besuch“: Monika Bachmann bei der Seniorenvereinigung Püttlingen

Einmal mehr war der Versammlungsraum auf der Ritterstraße zu klein für die zahlreichen Besucher und Besucherinnen, die dort eine ganz besondere Feier erleben sollten. So war es denn auch eine mehrfache Premiere. Man hatte der Ministerin die Aufgabe überlassen, in diesem feierlichen Rahmen die Gäste zu begrüßen, was sie auch gerne tat. Sie sei schon öfters Gast der Seniorenvereinigung Püttlingen gewesen, deren breites und anspruchsvolles Programm sie begeistere. Es sei ihr eine Freude, mit einem Weihnachtsgeschenk zu einer besseren medialen Ausstattung des Raumes beizutragen.

Der Zitherverein Püttlingen eröffnete den musikalischen Teil mit einer Weise aus Südtirol – wunderschöne Klänge wie aus alter Zeit. Ähnlich stimmungsvoll waren die Liedvorträge des „Dreigesangs“, begleitet von den Zithern. Diese Gruppe bot auch eine weitere Premiere: Zwei Gedichte des aus Püttlingen stammenden Mundartautors Friedrich Ebert, von B. und M. Lederer auf konventionelle Weise vertont, „Chrischkinnchen„ und „Schloaflied for et Jesuskänd“. Diese Kompositionen verdienen besondere Beachtung. Es wäre zu wünschen, dass man sie noch öfter hört – Tradition wird erlebt und weitergelebt.

Im Mittelpunkt stand wie gewohnt die Weihnachtsansprache von Pastor Hans-Georg Müller, der diesmal eine besondere Weihnachtskrippe zum Thema gewählt hatte. Von seiner eigenen Krippe aus der Provence führte er zu einer „verschmähten“ Krippe: Erich Honecker schenkte 1983 eine Schnitzerei aus dem Erzgebirge dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt, aus welchen Gründen auch immer. Dieser, getaufter evangelischer Christ, verschenkte die Krippe weiter, weil er nichts damit anzufangen wusste. Erst 25 Jahre später habe die beschenkte Kirchengemeinde die Krippe wieder ausgepackt. Pastor Müller stellte mit dieser fast anekdotischen Schilderung einen Bezug zum Glauben her, den es wiederzuentdecken gelte. Gedichtvorträge von Helga Schmidt schlossen sich an: Sehnsucht nach Frieden in einer konfliktbeladenen Welt. Rudolf Müller, Vorsitzender der Seniorenvereinigung, sprach das Schlusswort, in dem er herausstellte, dass sich der Verein selbst organisiert und finanziert. Man verzichte auf Zuschüsse, zahle im Gegenteil der Stadt eine nicht unbedeutende Miete für die Nutzung des Versammlungsraumes. Auch deswegen sei man dankbar, dass durch das Geschenk der Ministerin die Vortragstechnik verbessert werden könne. Rudolf Müller bedankte sich namentlich bei den vielen Mitwirkenden aus dem Verein, eine beträchtliche Zahl, die das Engagement der Mitglieder deutlich machte. Besonderer Dank galt dem Zitherverein unter Leitung von Hans-Dieter Speicher und dem „Dreigesang“ mit Andra Blum-Schröter, Caroline Ferdinand und Dorothee Maximini, die die Uraufführung der Kompositionen möglich gemacht hätten. Der Vorsitzende schloss mit guten Wünschen, wandte sich dabei auch an die Kranken, die dank der Rundfunkübertragung die Feier aus der Distanz miterleben könnten. Er bezog sich damit auf eine weitere Premiere: die Veranstaltung wurde mitgeschnitten. Klaus Petri, gebürtiger Püttlinger, sendet wesentliche Elemente der Veranstaltung im Web-Radio „Saarwelle“. Ausgestrahlt wird die Sendung am 2. Weihnachtstag um 18:00 Uhr. Mit dieser Information ging ein wunderbarer Abend zu Ende – die letzte Veranstaltung der Seniorenvereinigung in diesem Jahr. Die „Senioren“ freuen sich auf ein vielfältiges Programm im neuen Jahr. (ek)

weitere Fotos von Olaf Reeck