Gedenkgottesdienst der Seniorenvereinigung Püttlingen

Es ist zu einer schönen Tradition geworden, dass die Seniorenvereinigung ihrer verstorbenen Mitglieder gedenkt, üblicherweise in der Kirche St. Bonifatius auf der Ritterstraße. Pfarrer Hans-Georg Müller begrüßte die zahlreichen Besucher mit einer ansprechenden Geschichte aus dem Alltag eines Geistlichen. Im Mittelpunkt der Messe stand natürlich die Predigt, die sich auf ganz besondere Weise mit dem Tod auseinandersetzte. Eine Frau, so erzählte Pfarrer Müller, die dem Tode nahe war, bereitete ihre eigene Beerdigung vor. Recht ungewöhnlich war ihre Bitte, statt eines Rosenkranzes eine Gabel in der Hand zu halten. Die Erklärung: Am Abschluss eines festlichen Essens habe man ihr oft gesagt: Die Gabel kannst du behalten. Da habe sie gewusst, es komme noch etwas Besonderes. Wenn man sie dann im Sarge sähe, würden die Trauernden nachdenklich und lernten: Das Beste kommt zum Schluss. Nicht die Trauer der Hoffnungslosen, wie das der Apostel Paulus formulierte, sondern das Vertrauen darauf, dass „noch etwas aussteht“. „Behutsam und unaufdringlich“ möchte er, so abschließend Hans-Georg Müller, darauf hinweisen, dass „noch etwas Besonderes kommt“. Während Martin Luther die Gabel als Essbesteck abgelehnt habe, sollten wir am Symbol der Gabel festhalten: Hoffnung auf eine Zukunft mit Gott. Die Eucharistiefeier, wie üblich von den Senioren mitgestaltet, schloss wie in der altchristlichen Tradition mit einer Einladung zum gemeinsamen Essen, diesmal mit Kaffee und Kuchen im liebevoll geschmückten Versammlungsraum der Schule Ritterstraße. Einem würdigen Gottesdienst folgte ein angenehmer Nachmittag, der den Gästen noch lange im Gedächtnis bleiben wird. (ek)

weitere Fotos von Olaf Reeck