Die Seniorenvereinigung Püttlingen im Europa-Parlament

International war schon die Zusammensetzung der Gruppe, war doch Giovanni di Stefano, der Bürgermeister der Partnerstadt Fresagrandinaria, samt seiner Familie mit den Püttlinger Senioren nach Straßburg unterwegs. Die Reisezeit ins Elsass wurde genutzt, die Teilnehmer gründlich mit der Funktionsweise des Europäischen Parlaments vertraut zu machen, und das gleich zweisprachig. Gewohnt hektisch verlief der Zutritt zum Parlament, doch hat wohl jeder Verständnis für die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen. Im Plenarsaal ging es um wichtige Themen, stand doch die nächste Sitzung des Europäischen Rates unmittelbar bevor. Dank einer Simultan-Übersetzungsanlage konnten die Gäste die Wortmeldungen verfolgen: Es ging um den Brexit, die Migrationsfrage und die Legitimation der europäischen Institutionen.

Im Anschluss wurden die Püttlinger Senioren vom saarländischen Abgeordneten Jo Leinen (SPD) empfangen. Ganz besonders herzlich begrüßte er die italienischen Gäste; Partnerschaften dieser Art, betonte er, seien gelebtes Europa. Der Abgeordnete berichtete von seiner vielfältigen Arbeit. So sei er gerade aus einer Ausschusssitzung gekommen, die eine Resolution gegen die Menschenrechts-verletzungen der chinesischen Regierung gegenüber Minderheiten vorbereite. Bei einer lebhaften Debatte, die sich anschloss, stellte sich heraus, dass Jo Leinen manche der Gäste persönlich kannte. Es ging natürlich um den Ausstieg Großbritanniens aus der EU, aber auch um die Bedeutung Europas aktuell und in der Zukunft. Gerade die Unberechenbarkeit der amerikanischen Politik müsse Europa enger zusammenschweißen. Und schließlich habe Europa auch besondere Interessen in und an dem Nachbarkontinent Afrika. Rudolf Müller, der Vorsitzende der Seniorenvereinigung Püttlingen, bedankte sich im eigenen Namen und dem der Mitreisenden sehr herzlich für die Einladung und den spannenden Vormittag.

Selbstverständlich hatten die Gäste noch Zeit zur freien Verfügung, ist doch die Hauptstadt Europas, wie sich Straßburg selbstbewusst nennt, immer einen Besuch wert. Bei einer kleinen Führung durch das Münster konnte man zufällig einem slowakischen Männerchor lauschen, der professionell die Kantate „Tochter Sion“ von Georg Friedrich Händel intonierte – der fast feierliche Abschluss einer gelungenen Fahrt. (ek)

weitere Fotos von Olaf Reeck