Aktuell

Hans E. Zock ist neuer Vorsitzender der Seniorenvereinigung Püttlingen e.V.

Hohe Präsenz der Mitglieder und die Freude, nach 15 Monaten wieder im SVP-Kreise zusammen zu sein, prägten die Atmosphäre der Mitgliederversammlung der Seniorenvereinigung in der Trimmtreff Halle. Wichtige Personalentscheidungen standen an. Hans E. Zock wurde zum neuen Vorsitzenden, Karin Altmeyer und Rudolf Müller zu seinen Stellvertretern gewählt. Neu im Amt sind Norbert Emanuel als Schatzmeister und Renita Engel als Schriftführerin. Günter und Ursula Sander wurden als Organisationsleiter bestätigt. Neu im Kreise der Beisitzer sind Ernst Schmitt, Josef Müller und Olaf Reeck. Nach 25 bzw. 24 Jahren hatten Ernst Schmitt als stellv. Vorsitzender und Josef Müller als Schatzmeister nicht mehr kandidiert. Das Amt des Pressereferenten wird erst besetzt, wenn offenstehende Fragen des Urheberrechts und der Verfügbarkeit des Vereins an Presseartikeln geklärt sind.

Hans E. Zock wertete die bisherige Arbeit der Seniorenvereinigung als gute Grundlage für den Neustart nach der Corona-Pandemie und bat alle Mitglieder um Mitwirkung und Unterstützung sowie um Ideen und konkrete Vorschläge für die Vereinsarbeit.

Zuvor hatte Rudolf Müller seinen Rechenschaftsbericht, der sich auch auf seine 10jährige Amtszeit erstreckte, vorgetragen. U.a. verwies er auf die breit gefächerten, wöchentlichen Programmangebote und den Auftritt des Vereins im Internet. Über 119 000 Zugriffe im Jahre 2020 auf die Website der SVP e.V. belegten das rege Interesse an der Vereinsarbeit. Er dankte allen Mitgliedern und Förderern des Vereins für Zusammenarbeit und Unterstützung. Josef Müller konnte in seinem Kassenbericht auf eine solide Finanzlage verweisen.

Die Versammlung gedachte auch der verstorbenen Mitglieder. Leider konnten während der Corona-Krise die Mitglieder nicht an den Gedenkgottesdiensten und Beisetzungen teilnehmen. Während des Totengedenkens sprach Pastor Hans-Georg Müller ein Gebet für die Verstorbenen.

 

Der Rechenschaftsbericht von Rudolf Müller kann mit vorstehendem Link oder hier als PDF-Datei heruntergeladen werden.

weitere Fotos von der Veranstaltung

 


 

 

Rückblick auf die Sendereihe der Seniorenvereinigung auf der SAARWELLE

Die vorerst letzte Sendung auf der SAARWELLE hat mit 1000 zugeschalteten Geräten wieder eine große Hörerschar erreicht. Die Sendung stand unter dem Eindruck von Schicksalen, Prüfungen und Herausforderungen des Lebens infolge des Zweiten Weltkrieges. Die Beiträge stammten von bekannten Püttlinger Persönlichkeiten: von der Malerin Eva Maria Scherer, dem Schriftsteller Georg Fox sowie  von Werner Abel und Fritz Ludwig aus dem Kreise der ältesten Mitglieder der Seniorenvereinigung.

Einleitend nahm Vorsitzender Rudolf Müller auf die Corona-Pandemie als der größten Herausforderung nach dem zweiten Weltkrieg Bezug. Mit der Sendung sollten keineswegs die vielen Corona-Toten oder die schweren sozialen und wirtschaftlichen Sorgen und Probleme der Pandemie relativiert werden. Im Gegenteil: Vielmehr zeigten die Beiträge der Mitglieder Werner Abel und Fritz Ludwig, wie auf dramatische Lebenssituationen gute und erfolgreiche Zeiten folgen können. Eva Maria Scherer beschrieb eindrucksvoll ihre besondere Bindung an den im Krieg gefallenen Vater, die sie erst über seine Kriegsbriefe gewinnen konnte. Georg Fox überraschte mit einem Beitrag, wie ein Kriegsgrab – sogar nach Jahrzehnten – zum Anstoß einer lebensrettenden Hilfsaktion des DRK-Ortsverein Püttlingen wurde.

Im Musikprogramm der Sendung wirkte wieder die Gruppe Herry Weiland mit. Nach dem Männerchor Fidelio war in dieser Sendung der Musikverein Harmonie Köllerbach eingebunden und setzte ein Zeichen für seine musikalische Qualität und für die gute Zusammenarbeit innerhalb der Püttlinger Vereine.

Mit den Sendungen zu Weihnachten, Fastnacht und Frühlingsanfang – war die Veranstaltungsreihe auf der SAARWELLE. Die Sendungen ein kleiner Ersatz für die leider ausgefallenen wöchentlichen Programmangebote im Vereinsleben der Seniorenvereinigung. Und – sie sollten auch in der Corona-Zeit die Bindungen innerhalb der Seniorenvereinigung pflegen.

Die Seniorenvereinigung Püttlingen dankt allen Mitwirkenden für ihre Text- und Musikbeiträge sowie für die Vorbereitung und Abwicklung der Sendungen. Sie dankt auch für finanzielle Unterstützung, die in vollem Umfange hauptberuflichen Künstlern zu Gute gekommen ist, die unter der Corona-Krise leiden. Dank auch der Stadt Püttlingen, die durch eigene Hinweise im Öffentlichen Anzeiger auf die Sendungen aufmerksam gemacht hat.

Besonderer Dank gilt dem Ehepaar Klaus und Susanne Petri für die aufwändige Redaktion der vier Sendungen und ihre Ausstrahlung auf der SAARWELLE. In den vielen positiven Kommentaren zu Inhalt und die Qualität der Texte und der Musikbeiträge wurde auch immer wieder Aufbau, Moderation und die professionelle Übertragung der Sendungen gelobt.

Mit fortschreitender Impfquote hofft die Seniorenvereinigung, in der zweiten Jahreshälfte wieder die erste Präsenzveranstaltung durchführen zu können.

Weiterhin Programmbeiträge der Seniorenvereinigung auf der SAARWELLE zu senden, wird wohl eine gute Option bleiben. Wurden doch mit jeder Sendung eine weit größere Hörerzahl erreicht, als die Seniorenvereinigung Mitglieder hat.

Mit nachstehendem Audioplayer können alle Textbeiträge aus der Sendung vom 24. April 2021 angehört werden:

 


Ein Ausflug nach Püttlingen

Ein Ausflug – im buchstäbliche Sinne des Wortes – mit dem Piloten Nikolaus Jost und seinem Gyrokopter. Das ist wie ein Ritt auf einem fliegenden Motorrad – mit einem schiebenden Antriebspropeller im Heck und antriebsfreien, durch den Fahrtwind rotierenden „Flugblättern“ als Tragfläche, deshalb auch die Bezeichnung Tragschrauber. Der funktioniert nach einem anderen Prinzip als ein Hubschrauber.

Der Start zu dem aussichtsreichen Erlebnis ist in Düren um 15 Uhr. Schnell sind wir in Vogelflughöhe über Fraulautern mit Blick nach Dillingen und dem Saarhafen und flugs sind wir über der Stadtarchitektur von Saarlouis. Und weiter geht es zu einer Runde um das Saarpolygon. Das offenbart eine beeindruckende Formenpirouette. Weiter. Es ist nur ein kleiner Luftsprung über Elm zum Kloster Heilig Kreuz.

Jetzt ist es Zeit mein Vorhaben zu erläutern: Ich möchte Fotos vom Kloster Heilig Kreuz mit nach Hause bringen. Den Zeitpunkt habe ich über Wochen vorausbestimmt: 16 Uhr, wenn das Sonnenstreiflicht die „Milch“-Schokoladenseite der Kirche idealisiert. Vorausgesetzt sind klare Luftverhältnisse und ein wolkenfreier Himmel für die Schärfe der Abbildung. Alles trifft heute zu, wie ich es mir in meinen nächtlichen Gedankenflügen vorgestellt habe. Aber – den Vierzylinderboxermotor hinter meinen Schultern, der unaufhörlich Schläge in meine Auslösehand hämmert, habe ich nicht einkalkuliert, wohl den Fahrtwind, der versucht, mir die Kamera bei Tempo 120 km/h zu entreißen. Die Kamera habe ich deshalb vorausblickend auf eine 2000stel Sekunde eingestellt, die ISO-Automatik aktiviert und die Bildstabilisation auf höchste Stufe festgelegt. Was ich aber durch den Sucher sehe, gleicht einer kompletten Bildstörung im Fernsehen. Um überhaupt ein Ergebnis zu erhoffen, löse ich ständig aus: 947 Mal während des Fluges. Ich lehne mich möglichst weit über die Bordwand, um störende Bildelemente auszuschließen. Klaus legt die Maschine zu meiner Seite schräg, um mich in meinem Vorhaben zu unterstützen. Für mehrere Schrecksekunden fährt mein Magen in der Speiseröhre Aufzug. Wir umrunden das Kloster. Zu meiner Freude entdecke ich die Aussage des Architekten György Lehoczky bestätigt, er habe die Form der Klosterkirche der Landschaft angeglichen. Das kann man mit einer Drohne nie herausfinden, wohl aber bei Bildkomposition suchender Betrachtung 200 Meter losgelöst von der Erde, völlig vogelfrei.

In Püttlingen umrunden wir danach St. Sebastian, die Kirche Liebfrauen und zum Flugplatz geht es zurück über das Weltkulturerbe Völklinger Hütte, dem Lisdorfer Berg, über Berus, dem Europa-Denkmal, dem Europasender und der Teufelsburg mit einer unvergesslich sanften Landung, wie mit einem fliegenden Teppich.

Fazit: von den fast 1000 Fotos waren nur vier unscharf. Bei einem musste ich sogar das Nummernschild eines Autos nach gesetzlichen Vorgaben unkenntlich machen. Hier eine kleine Auswahl.

Olaf Reeck

 


 

Inhaltsübersicht:

Frühling auf der „SAARWELLE“
Fastnacht der SVP auf der „SAARWELLE“
Flyer zur Sendereihe auf der „SAARWELLE“
Vorschau auf kommende Vereinsaktivitäten
Weihnachtsfeier auf der „SAARWELLE“
Weihnachtsansprache Pastor Hans-Georg Müller
Weihnachtsüberraschung für die Mitglieder der SVP
„Wie ich zum Falkner wurde“ von Hans-Georg Müller
„Kriegskinder auf Lehrstellensuche“ von Reinhold Müller
„Die SVP im Internet“ von Bernd Himbert
„Das hohe Lied der Kameradschaft“ von Reinhold Müller
„Meine Gartenleidenschaft“ von Hans-Georg Müller
„Spaziergang 2“ von Olaf Reeck
Beitrag von Hans-Georg Müller
„Spaziergang“ von Olaf Reeck

 


Sendung zur Erinnerung an das jährliche Frühlingsfest der SVP

In der zweiten Sendung innerhalb der Sendereihe der Seniorenvereinigung auf dem Webradio SAARWELLE hielt der Frühling Einzug. Entsprechend gestalteten sich die einzelnen Text- und Musikbeiträge und dienten damit als Ersatz für das jährliche Frühlingsfest der SVP, das leider auch in diesem Jahr wegen Corona ausfallen musste. Über 700 Endgeräte waren online und verfolgten die Sendung live. Ein besonders herzliches Dankeschön verdienen alle Mitgestalter der Sendung:

Bürgermeisterin Denise Klein, Schriftsteller Georg Fox, Pastor Hans-Georg Müller, Heimatdichter Fritz Ebert, Chorgemeinschaft Fidelio sowie Herry Weiland mit seiner Musikgruppe und nicht zuletzt der Betreiber des Webradios, Klaus Petri, der selbst auch Gedichte der ehemaligen Püttlinger Lehrerin, Maria Petri, vortrug.

Alle Beiträge aus der Sendung vom 27. März 2021 können mit nachstehendem Audioplayer angehört werden:

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Sendung zur Fastnacht der Seniorenvereinigung auf der SAARWELLE auf 1.600 Geräte übertragen

„Woar dat so scheen! Tolle Sendung! Genau so woar et frieher bei Sutorsch an Faasenacht! Da habt ihr euch aber was einfallen lassen!“ …und viele weitere positive Kommentare erreichten Vorstandmitglieder der Seniorenvereinigung. Die Seniorenvereinigung dankt allen Mitwirkenden für ihre Beiträge und in besonderer Weise Klaus Petri für die professionelle Aufnahme und Präsentation der Sendung.

 

Er hat, wie schon die Weihnachtssendung, auch diese Fastnachtssendung dem Verein als Tondatei zur Verfügung gestellt.

Olaf Reeck hat Klaus Petri in seinem Saarwelle-Studio besucht und eine Foto-Reportage erstellt.

zur Reportage

 

Klaus Petri betreibt den Radiosender “SAARWELLE” über das Internet ehrenamtlich. Der Sendebetrieb läuft rund um die Uhr (!!), ist kostenlos und mit jedem Smartphone, PC, Tablet oder Internet-Radiogerät weltweit über nachstehenden Link zu empfangen:

https://laut.fm/saarwelle

Nach Aufrufen der Internet-Adresse einfach auf das weiße Dreieck klicken, danach startet der Sender. Er kann z.B. auch über die jeweiligen Sprach-Assistentinnen der Smartphones gestartet werden:

für Android-Smartphone: „Alexa starte Saarwelle von laut fm“ (ef em)
für Apple-iPhone: „Siri spiele Saarwelle“

Alle Beiträge aus der Sendung vom 13. Februar 2021 können mit nachstehendem Audioplayer angehört werden:

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Bitte Bild anklicken zum Herunterladen des Flyers

 

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In der Corona-Pandemie zusammenstehen und durchhalten!

Seniorenvereinigung Püttlingen e.V. – vernetzt in der solidarischen Stadt Püttlingen

Die Weihnachtsfeier der SVP e.V. als Sendung der Seniorenvereinigung auf der Saarwelle hat über 1.000 HörerInnen erreicht und positive Resonanz gefunden. Ziel der SVP e.V. bleibt, auch in Corona-Zeiten die Bindungen zwischen den Mitgliedern und zum Verein aufrecht zu erhalten. Deshalb folgen im Februar, März und April weitere Sendungen der SVP e.V. auf der Saarwelle. Klaus Petri, Betreiber der Saarwelle und Püttlinger Autoren und MusikerInnen  sowie Mitglieder der SVP e.V. werden die Sendungen gestalten.

Am Samstag, den 13. Februar, 17.00 Uhr bis 18.00 Uhr, stehen eine Autorenlesung mit Manuel Andrack, dem Bestsellerautor aus Püttlingen, zwei Büttenreden von Helga Schmitt in Erinnerung an die beliebten Fastnachtsfeiern der SVP e.V. und ein umfangreiches Musikprogramm von Herry Weiland und PartnerInnen auf dem Programm. Manuel Andrack liest aus seinem erfolgreichen Buch: „Ein Jahr ein Narr“, mit gleich mehreren Bezügen zu Püttlinger Persönlichkeiten und Fastnacht.

Die Sendung wird am Dienstag, den 16.02.2021, um 17.00 Uhr wiederholt.

Der bekannte Saarländische Autor Georg Fox steht im Mittelpunkt der Sendung am Samstag, den 27.03.2021 (Wiederholung am Sonntag, den 27.03.2021) mit einer breiten Auswahl aus seinen Gedichten und Prosatexten. Das Musikprogramm gestalten Herry Weiland mit PartnerInnen und der MGV Fidelio. In Erinnerung an das jährliche Frühlingsfest im normalen Programmangebot der SVP e.V gibt der Frühling das Motto für die Sendung vor.

In der vorerst letzten Sendung am Dienstag, den 20.04.2021, 17.00 Uhr (Wiederholung am 24.04.2021), kommt ein Mitglied der Seniorenvereinigung zu Wort. Oberstudiendirektor a.D. Werner Abel, der im Januar sein 95. Lebensjahr vollendet hat, liest aus seinem Buch: „Stasibo Iwan“ (Danke, Soldat). Seine dramatischen Erlebnisse als junger Mann mit 17/18/19 Jahren in Krieg, Gefangenschaft und Flucht und der schwierige Neubeginn in der Heimat, werden tief beeindrucken. Das Musikprogramm wird aus Beiträgen des Musikvereins Köllerbach und von Herry Weiland und PartnerInnen  gestaltet.

Die Seniorenvereinigung dankt allen Mitwirkenden und der Stadt Püttlingen für Ihre Unterstützung.

Der Websender Saarwelle ist kostenlos auf jedem Endgerät – PC, Laptop, Tablet oder Smartphone zu empfangen. Einfach den Link zum Sender: https://laut.fm/saarwelle anklicken und auf „Sender starten“ drücken.

 

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Weihnachtsfeier auf der Saarwelle vor großem Hörerkreis

Begeisterte Rückmeldungen erreichten die Saarwelle und die Seniorenvereinigung auf die Ausstrahlung der Weihnachtsfeier der SVP am 4. Adventssonntag und 2. Weihnachtsfeiertag. „Wir fühlten uns wieder mitten im Kreis der Seniorenvereinigung“ oder „Wir warten sehnlich auf unser nächstes Treffen“, sind beispielhafte Kommentare aus dem Kreise der SVP. Große Anerkennung fanden die Mundartgedichte und -texte von Fritz Ebert sowie die Darbietungen des Zithervereins und der Dreigesanggruppe weit über Püttlingen hinaus. Auf 650 Geräten wurde die Sendung empfangen. So dürften weit über 1000 Hörerinnen und Hörer die Sendung verfolgt haben.

Die Seniorenvereinigung dankt Klaus Petri für die professionelle Aufnahme, Moderation und Übertragung der Weihnachtsfeier auf seiner Saarwelle.

Die Weihnachtssendung vom 26. Dezember 2020 kann mit nachstehendem Audioplayer angehört werden:

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Weihnachtsansprache von Pastor Hans-Georg Müller, Mitglied der Seniorenvereinigung

Irgendwie erwarten die Menschen in diesen Tagen etwas Besonderes. Was, das wissen manche selbst nicht so genau. Jedenfalls doch etwas, was in dieser nüchternen Realität dieser Welt nicht immer zu finden ist. Verständnis, Zuneigung, Annahme könnte man es nennen. Dass in diesen Tagen, auch in unser Dunkel, doch etwas Helles kommen möge.

Diese Hoffnung ist im Laufe unseres Lebens ja schon oft enttäuscht worden. Trotzdem sind es in diesem Jahr wieder unzählige Menschen, die hartnäckig einen neuen Anlauf nehmen, die Weihnachtsfreude doch noch in den Griff zu bekommen. Es reicht vom geschmückten Tannenbaum bis hin zu den wohligen Düften auf den Weihnachtsmärkten, die allerdings dieses Jahr kaum stattfinden. Aber eine Garantie für Freude ist damit nicht verbunden. Ein Anfall von Rührseligkeit dauert manchmal nicht länger als ein Leuchten einer Wunderkerze am Weihnachtsbaum. Ich meine, man müsste sich auf etwas Grundlegendes besinnen.

Freude gehört im Unterschied zu jenen Dingen, die sich nicht von außen malen lassen. Darum nutzen auch alle Appelle nichts. „Freut euch,“ wie es in einer Adventslesung heißt, klingt oft wie eine hohle Phrase, die nichts bedeutet und nichts bewirkt.  Freude muss einen Grund haben, an dem sie sich entzündet. Freude, die Menschen sich selbst verschaffen, steht oft auf tönernen Füßen. Freude, die Bestand haben soll, muss aus anderen Quellen kommen. Wenn ich einem Menschen ein Geschenk mache, dann will ich damit sagen: Du, ich mag Dich. Das ist auch der ganze Inhalt der Weihnachtsbotschaft.

Dieser Satz ist der Grund der Freude und das Geschenk an uns. Das ist ernst gemeint und deshalb will es auch ernst genommen werden. Bleiben wir nicht beim Äußerlichen stehen, sondern stellen diesen Satz in den Mittelpunkt. Es geht darum, ob wir diese zarten Worte Gottes verstanden haben: Du, ich mag Dich. Vier Wörter, nicht hausgemacht, nicht aufgesetzt, aber Grund zur Freude und Grund mitgenommen zu werden in die kommenden Tage. Du, ich mag Dich!

Ein Weihnachtsfest im Vertrauen auf dieses Wort wünscht Euch allen Hans-Georg.

 

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Weihnachtsüberraschung für die Mitglieder der Seniorenvereinigung

 

 

Mit dem Erinnerungsbuch „Unterwegs von Jubiläum zu Jubiläum 2015 bis 2020“, überreichte die Seniorenvereinigung Püttlingen ihren Mitgliedern und Förderern ein Weihnachtsgeschenk besonderer Art. Die Corona-Pandemie hatte im März 2020 das Vereinsleben mit den wöchentlichen Treffen, Vorträgen, Festen und Fahrten jäh unterbrochen. Selbst die Feier zum 25-jährigen Vereinsjubiläum musste entfallen. Als Ersatz ist in dem Buch umfassend und anschaulich über die Aktivitäten der vergangenen fünf Jahre berichtet.

Das Buch greift auf die fast wöchentlichen Berichte und auf die umfangreiche Fotogalerie auf der Website der Seniorenvereinigung zurück. So erweisen sich Webmaster Bernd Himbert und Olaf Reeck, Fotograf der Seniorenvereinigung, als vorzügliche Chronisten. Die anspruchsvollen Textbeiträge über die Veranstaltungen der vergangenen fünf Jahre mit vielen brillanten Fotos von Olaf Reeck machen das Buch zu einem eindrucksvollen Dokument der breit angelegten und intensiven Vereinsarbeit. Die jeweiligen Berichte und über 700 Fotos lassen 112 Veranstaltungen der vergangenen fünf Jahre wieder aufleben, über die im Buch berichtet wird. Auch der große Einsatz der Mitglieder und Förderer, auf der die Organisationskraft des Vereins beruht, wird in Text und Bild vorgestellt. In wochenlanger Arbeit hat Olaf Reeck Texte und Fotos zusammengeführt und als Dipl.-Designer und Grafiker Einband und die 170 Seiten des Buches gestaltet.

Im Vorwort zum Buch wünschen Vorsitzender Rudolf Müller und seine Stellvertreter Karin Altmeyer und Ernst Schmitt beim Lesen und Betrachten des Buches Freude und Kraft spendende Erinnerung an die vielen gemeinschaftsbildenden und erlebnisreichen Veranstaltungen sowie die frohen Stunden im Kreise der Seniorenvereinigung.

Besonders erwähnt sei der Beitrag von Fritz Ludwig, dem letzten Überlebenden aus dem Kreis der Gründungsmitglieder. Er berichtet über den Aufbau der Senioren-Union der CDU Püttlingen und ihre Entwicklung zu einem eigenständigen Verein. Seine frühen Programmvorstellungen sieht er jetzt in der Seniorenvereinigung Püttlingen verwirklicht. Leo Altmeyer, dem markanten und verdienstvollen Vorsitzenden der ersten 15 Jahre in der Vereinsgeschichte, ist ebenfalls ein besonderer Beitrag gewidmet.

In Grußworten gratulieren Sozialministerin Monika Bachmann und Bürgermeisterin Denise Klein dem Verein zum Vereinsjubiläum und danken für das außerordentliche Engagement der Mitglieder der Seniorenvereinigung in der Vergangenheit. Die Bürgermeisterin wünscht sich von der Seniorenvereinigung: “Mischen Sie sich weiterhin ein! Erheben Sie Ihre Stimme, wenn es darum geht, unsere Stadt zukunftsfest zu machen. Machen Sie weiter so!“

In der Tat hofft der Verein, nach der Corona-Zwangspause und noch im Jahre 2021, seine Arbeit mit neuer Kraft fortsetzen zu können. Jedenfalls wird der Verein gut vorbereitet den Neustart angehen und setzt dabei auf die weitere Hilfe der Mitglieder und Förderer der Seniorenvereinigung Püttlingen e.V.

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Wie ich zum Falkner wurde

Ein so erfahrener Naturforscher wie Alfred Brehm, der in seinem bekannten „Tierleben“ alles beschrieben hat, was da kreucht und fleucht, war mit besonderer Liebe der Vogelwelt zugetan. Als sein erstes Buch „Das Leben der Vögel“ erschien, sagte er dazu: „Ich habe das Buch aus reiner Freude an der Natur geschrieben und wollte gerecht viele um meine Freude wissen lassen.“ Doch seit Brehms Zeiten sind lange Jahre vergangen. Wir wissen heute – insbesondere durch die moderne Verhaltensforschung – viel mehr über das Vogelleben. Einst vermenschlichte man die Vögel, wurde der Uhu als tückisch und widerwärtig bezeichnet, war der Kuckuck ein abgefeimter Gauner und der Sperber ein hinterlistiger und verschlagener Schurke.

 

Heute wissen wir, dass jedes Tier- und so auch jeder Vogel – seine Art hat zu leben und sich zu ernähren und dass er seine ihm bestimmte sinnvolle Rolle im weiten Bereich der Natur zu spielen hat, ohne dass wir berechtigt sind, „Zensuren“ über Wohlverhalten oder uns unverständliche Charakterzüge auszustellen. Die Buntheit der Vögel und der Wohlklang ihrer Stimmen haben den Menschen seit jeher erfreut. Darüber hinaus sind es heute ihre unterschiedlichen Verhaltensweisen, die uns reizen, uns intensiver mit der Vogelwelt zu beschäftigen. In diesem Sinne möchte ich meine Erlebnisse verstehen. Natur- und Tierschutz waren mir seit jeher ein wichtiges Anliegen. Alles begann damit,  dass ich im Sommer 2019 ein Turmfalkenpärchen mit 3 Jungvögeln im Garten beobachten konnte. Als ich im Frühjahr 2020 die beiden Altvögel wieder des öfteren im Garten sichtete, kam mir die Idee, einen Nistkasten zu bauen. Im Hobbyraum zimmerte ich einen 70 mal 50 cm großen Nistkasten zusammen. Hoch oben am Giebel des Hauses befindet sich ein kleines Fenster, das zum Dachboden führt. Dieses wurde ausgehängt, um dahinter den Nistkasten anzubringen.

 

Schon nach wenigen Tagen nahm das Falkenpärchen diese schicke Wohnung an. Da Turmfalken kein Nest bauen – sie beziehen oft ausgediente Krähen- und Elsternnester – oder Nischen an alten Gemäuern – polsterte ich den Nistkasten mit getrocknetem Moos aus. Man nennt so etwas „sich ins gemachte Nest setzen“. Durch eine installierte Überwachungskamera konnte ich die weitere Entwicklung gut beobachten. Auch der Unterschied zwischen den Geschlechtern war leicht zu erkennen.  Das Weibchen trägt einen braunen, das Männchen hingegen einen grauen Kopfschmuck. Nach wenigen Tagen lagen 5 Eier im Nest. Während der Brutzeit wurde das Weibchen stets vom Männchen mit Nahrung versorgt. Nach 30 Tagen war es soweit – 5 Jungvögel waren geschlüpft und entwickelten sich gut.

 

Nun hieß es für das Männchen, noch mehr Nahrung herbeizuschaffen. Damit die Nestlinge gut heranwachsen, braucht es jeweils 4 Mäuse am Tag. Mit dem Bedarf für die Altvögel mussten am Tag also 30 Mäuse herangeschafft werden. Nachdem das Weibchen die Nestlinge in den ersten Tagen ständig gehudert hatte, beteiligte es sich ab der dritten Woche auch an der Jagd. Inzwischen befinden sich die Nestlinge in der 4. Woche und zeigen schon erste Ansätze von Federn. Es gibt weltweit etwa 300 Greifvogelarten und ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal mit einer dieser Art unter einem Dach leben würde. Es macht einfach Freude, diese gefiederten Freunde aufwachsen zu sehen. Ich hoffe, dass sie alle den Start ins Leben schaffen. Ihr anmutiger und geschmeidiger Flug über den Garten fasziniert mich immer wieder. Da Turmfalken standort- und partnertreu sind, stimmt es mich schon zuversichtlich, dass sie auch im nächsten Jahr bei mir Einzug halten werden.

Herzlichst Euer Hans-Georg

 

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Die gegenwärtige Krise macht viele Menschen hoffnungslos. Vor allem der Markt für Auszubildende ist zusammengebrochen. So groß die Besorgnis sein mag, wir Ältere haben Schlimmes erlebt und sehen unsere Aufgabe auch darin, jungen Leuten Vertrauen in die Zukunft zu geben. (ek)

Dazu ein Beitrag von Reinhold Müller (88 Jahre)

Kriegskinder auf Lehrstellensuche

Ostern 1945, kurz vor Kriegsende, wurde ich während unserer zweiten Evakuierung aus der Volksschule entlassen. Wir waren in einem kleinen Bauerndorf untergebracht. Ob und wann wir unsere Heimat wiedersehen würden, wussten wir damals nicht. Das Wichtigste war, dass der Krieg zu Ende war. Die Bauern im Dorf hatten viel zu tun und wir Jungen waren billige und willige Arbeitskräfte.

Als im Juni 1945 die Heimreise bevorstand, war das ein unbeschreibliches Glücksgefühl. Das Motto lautete: Nix wie hämm! In Güterwaggons ging es an zerstörten Städten vorbei nach Hause. Wir wussten ja nicht, wie es dort aussah, nicht einmal, ob unsere Häuser noch stehen.

Nach langer und schwieriger Heimfahrt wurden wir am Bahnhof Luisenthal ausgeladen. Dann ging es mit kleinem Gepäck auf die Ritterstraße. Als wir das Dach unseres Hauses sahen, waren wir überglücklich, fielen uns in die Arme und dankten Gott. Weil lediglich Dachziegel und Fenster kaputt waren, ging es gleich ans Renovieren. Meine zwei älteren Brüder waren Soldat und konnten uns nicht helfen. Wir verwendeten Kartons und Dachpappe, alles, was so herumlag.

Wochen und Monate gingen ins Land, und ich hatte immer noch keine Lehrstelle. In der Grube hätte ich gleich anfangen können, aber ich wollte doch einen Ausbildungsplatz. Aber ich fand nichts, Handel und Wirtschaft lagen danieder. Meine Mutter wollte nicht, dass ich „Off die Grub“ gehe. Eines Tages kam sie nach Hause: „Ich habe eine Lehrstelle als Bäcker auf der Ritterstraße gefunden“,  und so begann im Januar 1946 mein Berufsleben.

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Die Seniorenvereinigung Püttlingen im Internet

Ende des Jahres 2014 war es soweit: Damals wollte sich auch die Seniorenvereinigung Püttlingen mit einer eigenen Internetseite im weltweiten Netz präsentieren. Dabei sollte das Vereinsleben, insbesondere die wöchentlichen Veranstaltungen im Rahmen des Halbjahresprogramms, dargestellt werden. Später kamen dann noch Projekte, wie z.B. „Püttlinger Lebensbilder“ und div. Bildergalerien hinzu. Mittlerweile war es fast selbstverständlich, dass mindestens einmal in der Woche die Website mit einem neuen Bericht über die jeweilige Programmveranstaltung und den dazugehörigen Bildern aktualisiert wurde – bis „Corona“ kam…

Als kleiner Ersatz will deshalb dieser Bericht mit dazu beitragen, unsere Internetseite aktuell und lebendig zu halten und vielleicht die Tür zu dieser „geheimnisvollen Welt“ einen Spaltbreit zu öffnen.

Zur Erklärung muss ich ein wenig ausholen: Das Internet ist ein weltumspannendes Netzwerk, bestehend aus unzähligen Computern und Servern mit mittlerweile gigantischen Speicherkapazitäten. Die Rechner sind über Telefon- oder sonstige spezielle Leitungen, über Funk und auch über Satelliten miteinander verbunden und verarbeiten Daten, leiten sie weiter, speichern sie.

Um sich im Internet einzuklinken, zu kommunizieren oder sogar eine eigene Website anzubieten, benötigt man mindestens ein Endgerät (PC, Laptop, Tablet usw.) und einen Zugang über einen Telefon- oder Internetanbieter (Provider).

Über den Provider wird auch der Name, unter dem man im Netz zu erreichen ist, bei einer speziellen Behörde (DENIC) registriert. Ab jetzt spricht man dann von der sogenannten Domain, z.B. „seniorenvereinigung-puettlingen.de“, wobei „.de“ für Deutschland steht. Mit dieser einzigartigen Domain ist nicht nur die Website zu erreichen, sondern man kann auch weltweit E-Mails versenden und empfangen. Der E-Mail-Name besteht dabei immer aus zwei Teilen, einem lokalen und einem Domain-Teil, getrennt durch das „at“-Zeichen (engl. = bei) oder auch Klammeraffe genannt („@“). Den Namen im lokalen Teil der Adresse kann man frei wählen und so bei Bedarf auch mehrere „Postfächer“ bei dieser Domain anlegen, z.B. „kontakt@seniorenvereinigung-puettlingen.de“.

Um im Internet agieren zu können, bedarf es eines wichtigen Hilfsmittels auf dem Computer, dem Internet-Browser (z.B. Chrome, Edge, Firefox, Safari). Denn dieser Internet-„Betrachter“ versteht die speziell entwickelte Internet-Sprache, nämlich „HTML“ („Hypertext Markup Language“). Diese sogenannte Auszeichnungssprache machte es erst möglich, im Internet eine Seite mit Texten und Bildern in einem gewissen Layout und Design zu erstellen oder z.B. Verweise (Links) auf andere Seiten anzuklicken. Wer mal selbst eine Seite in HTML erstellen und in seinem Browser ansehen möchte, hier steht, wie es geht.

Zu Anfangszeiten des Internets musste man in dieser Sprache sehr zeitintensiv mit einem HTML-Schreibprogramm den Aufbau einer Webseite programmtechnisch Zeile für Zeile bewältigen. Heute kann man sich dabei moderner sog. „Content-Management-Systeme“ (kurz CMS) bedienen. Hierbei handelt es sich vereinfacht ausgedrückt, um „vorprogrammierte“ Vorlagen, mit denen man Inhalte wie Texte, Bilder, Videos usw. auf einer Seite organisieren und gestalten kann.

Wir hatten uns von Beginn an für das CMS „WordPress“ (WP) entschieden. Dies ist im Internet sehr verbreitet und ist eine einfache und beliebte Methode, eine eigene Website zu erstellen und zu pflegen. Ein sehr wichtiger Aspekt dabei war auch, dass WP mit offenem Quelltext lizensiert ist und daher jeder die Software kostenlos nutzen oder für seine Bedürfnisse ändern kann.

Das Arbeiten mit diesem System ist ähnlich wie mit einem Schreibprogramm, z.B. Word von Microsoft. Man erfasst einen Text, markiert und formatiert ihn oder fügt an einer bestimmten Stelle ein Bild oder eine Tabelle ein, aktualisiert durch Abspeichern und ohne dass man sich um HTML kümmern muss, sieht man das Ergebnis Sekunden später weltweit im Internet.

Darüber hinaus gibt es für dieses System zahlreiche „plugins“. Dies sind ebenfalls fertig programmierte Zusatzmodule zur Erweiterung der bestehenden Software. Ein solches Modul verwenden wir z.B. für die Präsentation der Bildergalerie. Dazu werden die einzelnen Bilder in das System auf den Server unseres Providers hochgeladen und einem bestimmten Album zugewiesen. Danach wird im dazugehörigen Text oder Bild auf dieses Album verlinkt und es startet eine Dia-Schau, dank HTML.

Hier sei ein kurzes Abschweifen erlaubt: An dieser Stelle mal ein dickes Lob und Dankeschön an all die Entwickler, besonders die „Ehrenamtlichen“, die in ihrer Freizeit und aus Spaß an der Freud‘, ihre Ideen in solche Systeme einbringen und es uns ermöglichen, relativ unkompliziert am „Internetzirkus“ teilzunehmen.

Ja, es ist schade, dass manch ehrbarer Beruf den rasanten Fortschritt in der Informationstechnologie nicht überstanden hat. Andererseits muss man aber auch – entgegen allen damaligen Befürchtungen – die Entstehung vieler neuer Ausbildungsberufe im IT-Bereich als erfreuliche Entwicklung sehen. Wer hätte vor 25 Jahren gedacht, dass heute Angehörige ganzer Berufszweige allein in und mit der Internettechnologie ihren Lebensunterhalt bestreiten. Insofern sehe ich der Zukunft, was dies betrifft, optimistisch und positiv entgegen.

Und die Zeit wird auch wieder kommen, wo sich Freundinnen und Freunde der SVP jeden Dienstag in geselliger und froher Runde treffen, dabei Interessantes erfahren und wir im Internet darüber berichten können.

Das wünsche ich uns allen, freu mich drauf und grüße herzlichst!

Bernd Himbert

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Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

während der Coronakrise wollen wir auf vielfältige Weise miteinander in Kontakt bleiben. Eine Möglichkeit dazu ist es, Beiträge unserer Mitglieder aus ihrem Leben zu veröffentlichen. Einen ersten ansprechenden Text aus einer lange zurückliegenden Zeit liefert uns Reinhold Müller (88 Jahre). Solidarität, wie sie jetzt notwendig ist, gab es schon immer. (ek)

Das hohe Lied der Kameradschaft

Der Wunsch für ein eigenes Häuschen war von jeher ein hohes Ziel, vor allem für normale Arbeiter fast unerschwinglich. Aber wenn sich eine Möglichkeit bietet, kann das trotzdem realisiert werden. Es erfordert Mut, Schaffenskraft und eisernes Sparen.

Dafür eines von vielen Beispielen: Mitte der dreißiger Jahre hatten meine Eltern eine Siedlerstelle bei der Heimstätte Westmark erworben. Diese Plätze waren für kinderreiche Familien vorgesehen. Das Baugebiet auf der Ritterstraße umfasste 31 Häuser. Sie waren fast alle gleich, auch die Grundstücke mit etwa 14 bis 15 Ar. Da konnte man schon einiges im Garten anbauen.

Kaum waren wir eingezogen, wurde mein Vater ernstlich krank; er starb 1938 im Alter von nur 40 Jahren. Da wurde es für meine Mutter mit fünf Kindern sehr schwer, ganz allein die viele Arbeit zu bewältigen. Aber mit der Unterstützung vieler Siedlerkameraden konnten die notwendigen Erdarbeiten, auch die Gartenarbeiten gemacht werden. Diese Hilfe in einer schwierigen Zeit war beispielhaft.

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Wo Himmel und Erde sich berühren:

Meine Gartenleidenschaft

Wenn man den Garten betritt, trifft man sogleich auf ein Gartenhaus aus Holz. An diesem Gartenhaus hängt ein englisches Replik aus Ton, auf dem steht:
God the first garden made – als erstes schuf Gott den Garten.
Gleich daneben hängt ein alter verrosteter Schlüssel aus der Bretagne mit der Inschrift:
La clé du bonheur – der Schlüssel zum Glück.
Und in der Mitte des Gartens sieht man ein großes Metallschild mit der durchstochenen Inschrift:
Den Garten betritt man nicht mit den Füßen, sondern mit dem Herzen.
Diese drei Details wollen deutlich machen, was den Garten ausmacht. Wer mich kennen lernen will, muss meinen Garten kennen, denn mein Garten ist mein Herz.

Schmackhaft gemacht hat es mir auch Papst Johannes XXIII, der einmal gesagt hat:
Wir sind nicht auf Erden, um ein Museum zu hüten, sondern einen Garten zu pflegen, der von blühendem Leben strotzt und für eine schöne Zukunft bestimmt ist.

Der Garten ist Ort der Betrachtung, der staunenden Versenkung in die Wunder des Lebens. Stätte der lebendigen Begegnung mit Gott und seinem Spiel der Phantasie und Liebe. In diesem Sinne ist der Garten die große Welt der kleinen Wunderwerke, der Raum der Ideen und Kostbarkeiten, die bunte Fülle aller Geheimnisse.

Der Garten auf dem Weiherberg umfasst 3000 qm und besitzt als dominierendes Element die Steinbeete. 70 Tonnen habe ich im Laufe der Jahre hineingebracht. Ein weiteres Element ist die Farbe Blau an vielen Stellen des Gartens. Blau als Farbe des Himmels und der Weite, verbunden mit dem Grün der Erde.

Nie ist der Garten gleich, immer wieder gibt es Veränderungen. In den letzten beiden Jahren entdeckte ich meine Liebe zu Rosen. So kamen zu einer schon bestehenden Rosenwand und 6 Rosenstöcken noch 20 neue Rosenstöcke hinzu.

Im Zentrum des Gartens gibt es zwei kleine Teiche, in denen sich Frösche, Molche und Ringelnatter wohlfühlen. Die beiden Wasser werden überspannt von einer blauen Bogenbrücke. In vier Hochbeeten mit Abdeckung werden die Blumen der Saison vorgezogen, um sie dann ab Ende Mai ins Freiland zu bringen. Das Ganze funktioniert natürlich nur mit reichlich Nass, was in den beiden vergangenen Jahren etwas problematisch war. So habe ich an verdeckten Stellen im Garten Auffangbehältnisse für Regenwasser installiert, versehen mit Elektrik und Hauswasserpumpe und 50 m Schläuchen, so kann ich mit diesen 7000 l knapp 2 Monate ohne Regen überstehen.

Wohlfühlen sollen sich in diesem Garten natürlich auch die gefiederten Freunde, die so schön anzuschauen und auch nützlich sind. Neben mehreren Vogeltränken gibt es auch über 20 Nistkästen, die zu 70-80 % ausgelastet sind. Vor allem Meisenarten, Hausrotschwanz, Zaunkönig und andere Vogelarten nehmen dies dankbar an.

Ich schätze meinen Garten mehr wegen seiner vielen Amseln als wegen der Kirschen und ich gebe ihnen ganz freiwillig Früchte für ihre Lieder. Für Wildbienen und Hummeln und andere Insekten stehen zwei selbstgebaute Insektenhotels zur Verfügung, die ebenfalls gut belegt sind.

Bezüglich der Obstbäume brauche ich eigentlich nur von den Apfelbäumen einen größeren Ertrag, den ich zur Apfelsaftgewinnung benötige – alles darüber hinaus wird an die Nachbarn verteilt. Im Apfeljahr 2018 erntete ich 18 Zentner Äpfel, im Jahr 2019 einen einzigen Apfel. Als ich diesen nach einigen Tagen essen wollte, war er verfault. Gärtnerglück – Gärtnerleid.

Alles Übrige an Obst ist eigentlich nur zum Naschen da. Und so geht das meiste über den Zaun an die Nachbarn. Kirschen, Feigen, Birnen, Pfirsiche, Stachelbeeren, Himbeeren, Weintrauben. Eine große Weinlaube bringt immer reichlich Ertrag. Einige der 6 Traubensorten bekam ich von Winzern an der unteren Saar anlässlich von Hochzeiten und Taufen geschenkt.

Der Garten, Faszination und Geschenk, in dem ich eine Zeit lang Verwalter sein darf. Und wenn dann der Herbst und Winter kommt, wolkenverhangene Melancholie, Zeit um stillzuhalten und abzuwarten, weiß ich, da schlummert schon neues Leben unter der Erde, was mich im Frühjahr erfreuen und beglücken will.

Der bekannte Berliner Staudengärtner Karl Foerster (1874-1970) hat einmal gesagt:
Wenn ich noch einmal auf die Welt komme, werde ich wieder Gärtner und das nächste Mal auch noch. Denn für ein einziges Leben ist diese Leidenschaft zu groß.

Und Georg Fox schrieb in einem Gedicht über meinen Garten:
Der Garten, den du liebst, er liebt dich tausendfach zurück.

Für einen Besuch mit Abstand steht dieses Gartentor jederzeit für Euch alle offen. Führungen dauern eine gute Stunde, sind gratis und buchbar unter 06898-66944.

Herzlichst Euer Hans-Georg

Ein Stück Land zu besitzen, es mit der Hacke zu bearbeiten,
Samen auszusäen und deren Erneuerung des Lebens zu beobachten,
dies ist die befriedigendste Sache, die ein Mensch tun kann.

(Charles Warner)

 

Fotos in diesem Beitrag: Erich Keller

 

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Spaziergang 2 nach Herchenbach
Ein Meer im Kornfeld
von Olaf Reeck

Die Coronawellen ebben eben ab.
Wogegen Träume von den Schaumkronenwogen
an der Playa ins Wasser fallen.
Allein das kann trösten:
Wenn in der Köllertaler Toscana
der Wind Wellen kräuselt ins Korn
– oder – apropos Korn –
einen aus der Feldflasche
wenn er wohlig wallend hinunterstrudelt…

 

 

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Beitrag unseres Freundes Herrn Pastor Hans-Georg Müller für die Mitglieder der Seniorenvereinigung

Liebe Freundinnen und Freunde der Seniorenvereinigung!

„Sieben Wochen ohne…“, so lautet das Motto der Kirche in der Fastenzeit. Bei uns sind es mittlerweile acht Wochen, in denen wir uns nicht mehr im vertrauten Kreis gesehen haben und es wird sicherlich noch einige Zeit vergehen, bis wir uns wiedersehen können. Nicht nur Ihr, auch ich vermisse schmerzlich die schönen Begegnungen am Dienstag. Die Gespräche, die oft niveauvollen Vorträge der Referenten, die Hilfsbereitschaft derer, die zum Gelingen der Treffen beitragen. Ein Viertel der Mitglieder tragen in irgendeiner Form dazu bei, dass die Veranstaltungen stattfinden können. All das vermissen wir, seitdem der Virus unser Leben empfindlich unterbrochen hat.

Oft sehen wir erst im Verlust, was wir eigentlich hatten: eine aktive, pulsierende Gemeinschaft. Wir können in dieser Krise auch sehen, worauf es ankommt, was wirklich wichtig ist in unserm Leben, nämlich das, was wir in der Seniorenvereinigung jeden Dienstag erleben: Gemeinschaft, Füreinander da sein, Hilfsbereitschaft.

Und nun diese Pandemie. Wir können aus dieser Situation aber auch etwas lernen. Dies nämlich, dass vieles, was wir für ganz selbstverständlich halten, eben nicht selbstverständlich ist. Einander besuchen, einander berühren, miteinander reden und eben auch miteinander singen. Dass wir all dies tun können, das ist und bleibt ein großes Geschenk. Dass wir es jetzt gerade nicht oder nur eingeschränkt können, das macht schmerzlich spürbar, wie wichtig all diese Dinge sind. Aber ich habe die Hoffnung, dass uns gerade diese Einschränkungen deutlich machen: Die gemeinsamen Treffen und manches andere sind eben nicht banale Selbstverständlichkeiten, sondern wertvolle und unverzichtbare Bausteine unseres Lebens.

Und so freue ich mich schon heute darauf, dass wir diese Bausteine wieder in unser Leben einfügen können. Ja, es ist gut, wenn wir so aneinander denken und füreinander beten – denn Gott kennt Dein Gestern und er weiß um Dein Morgen. Schenke Du ihm Dein Heute!

In herzlicher Verbundenheit

Euer Hans-Georg

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Spaziergang

Die Landschaft zwischen Rittenhofen und Herchenbach habe ich mit dem Namen „Köllerbacher Toscana“ bedacht. Die einzigartige Harmonie der Feldlinien, der Wegführung, der Fernsichten macht jeden Spaziergang zu einem Augenerlebnis. Und weckt die Fantasie.

Das medidative Gehen lässt in dieser gedanklichen Freiheit Bilder des Gesehenen im Kopfkino aufblitzen und miteinander verbinden. Hier am Beispiel der farbigen Strukturen der verwitterten Weidepfosten am Josefshof mit der Kamera nachgestellt. Die Pfosten habe ich einzeln aufgenommen und in einem Bild zu einer an eine Gebirgskette oder eine morbide Straßenschlucht erinnernde Landschaft arrangiert.

Aber da war doch noch der Mond. Auf dem Hinweg stand er über Riegelsberg, auf dem Rückweg über Köllerbach. Den habe ich eingefangen und lasse ihn zwischen den visuellen Gedankenpfosten durchfliegen, und er wird – unglaublich – von dem grimmigsten von ihnen verschluckt.

Olaf Reeck

 

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