Aktuell

 

Unsere nächsten Veranstaltungen:

28.01.Arbeit im Hospiz
Eine Referentin des Hospiz‘ St. Michael Völklingen
spricht über die tägliche Arbeit
04.02.Ausstellung „100 Lebensbilder“ von Olaf Reeck
Sparkasse Saarbrücken


Berichtsübersicht:

Rückblick auf die Thüringen-Fahrt
Einwanderer im Köllertal
Neujahrsempfang der SVP
Adventsfeier bei der SVP
Der Nikolaus besucht die SVP
Das Rentnerquintett
Mundarttexte und Dorfgeschichten
Prof. Conrad: Pfarreiengeschichte bis 1918
Gedenkgottesdienst in St. Bonifatius


Die Seniorenvereinigung Püttlingen unterwegs

Im umfangreichen Programm der Seniorenvereinigung nehmen die Fahrten und Reisen einen besonderen Rang ein. Wichtigste Veranstaltung in diesem Rahmen war im vergangenen Jahr die Mehrtagesfahrt nach Thüringen. In einem interessanten Rückblick berichtete Olaf Reeck in zahlreichen Bildern über die Stationen dieser Reise, die von einem Vorstandsmitglied geplant und geleitet wurde. Wesentliche Ziele waren die Wartburg, die Landeshauptstadt Erfurt, die Klassikerstadt Weimar und natürlich Gotha mit Schloss Friedenstein. Ein so nicht erwarteter Höhepunkt war der Besuch der Fachwerkstadt Schmalkalden: Farben und Blumen, Licht und lebendige Geschichte von unglaublicher Schönheit. Was für die Teilnehmer der Reise eine liebevolle Erinnerung war, sprach die anderen Gäste des Nachmittags durch die Qualität der Bilder an. Im Rahmen der Veranstaltung wurde in einer kurzen Präsentation das Ziel der nächsten Reise vorgestellt: zum Jubiläumsjahr geht im September die Fahrt nach Tirol; unter anderem werden Innsbruck, Wörgl, Kitzbühel und Kufstein besucht. Außerdem sind im Frühjahr zwei Tagesfahrten nach Finkenrech und in die Pfalz geplant. In einer Mischung aus Kultur und Genuss geht es nach dem Besuch des Doms zu Speyer zu einer Weinprobe nach Maikammer. (ek)

zum Bericht mit den einzelnen Foto-Links
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Einwanderer im Köllertal – alles schon mal dagewesen?

Der Vortrag von Norbert EMANUEL befasste sich mit dem (immer) aktuellen Thema der Migration. Die Motivation ist vielfältig: wirtschaftliche, religiöse, politische, berufliche oder persönliche Gründe spielen hier eine Rolle.

Der Referent lud seine Zuhörer auf eine kleine Zeitreise ein:

Zu den beiden Weltkriegen, die viel Leid über uns gebracht haben, waren Vertreibungen und Massenflucht eine Konsequenz – und wie gingen wir mit unseren Landsleuten um? Waren sie immer bei uns „willkommen“?

Ein weiterer Abschnitt waren „Krieg 70“ und die Industrialisierung – Eisenerz und Kohle. Um 1910 war Völklingen die drittreichste Stadt im „Reich“! Alles schon mal dagewesen? Man denke heute an Öl, seltene Erden usw…

Ein tiefen Einschnitt hinterließ der 30jährige Krieg. Im „großen Landverderben“ finden sich alle unschönen Eigenarten des menschlichen Wesens: Hexenverbrennungen, Mord und Totschlag. Etwas „besser weg“ kam der Nährstand (Müller, Winzer), geplündert wurde zwar gleichermaßen von Siegern und Besiegten, aber man hatte „Reserven“.

Zurück in die „Neuzeit“: In den 60er Jahren rollten die ersten „Gastarbeiterzüge“ an.

Ein oft zitiertes Beispiel für gelungene Migration sind die Hugenotten im 17./18. Jahrhundert, obwohl sie französisch sprachen – das war aber auch die Amtssprache am Hof. Im Folgenden stellte EMANUEL einige Einwandererfamilien im Köllertal (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) vor:

BALDAUF in Püttlingen: im Ursprung aus Sulzberg in Vorarlberg. Diese Familie betrieb 2 Mühlen in Püttlingen – die Alt- und die Neumühle. Der Müller Johann BALDAUF heiratete um 1720 zu Püttlingen in die begüterte Müllerfamilie BOMMERSBACH.

HEISEL in Püttlingen: Die Familie kommt aus Kauns. Zum Stammvater – Lukas HEISEL – heißt es „ein Maurer aus Tirol“. Er lässt sich 1720 in Püttlingen nieder und nimmt am Wiederaufbau der dortigen Kirche teil.

SANDER: Diese Familie leitet ihren Namen vom Vornamen Alexander ab und schreibt sich manchmal auch ZANDER. Es waren zwei Brüder: Thomas in Heusweiler und Johannes in Walpershofen. Die sehr ähnlichen Handzeichen weisen auf die Verwandtschaft hin. Die Heusweiler SANDER sind katholisch, die Nachkommen des Walpershofener Steinmetzen überwiegend evangelisch.

BICKELMANN: Johann BICKELMANN bewirtschaftet seit 1709 die Köllner Mühle und erbaut 1715 die Neumühle bei Dilsburg. Er stammt aus Enzendorf im Frankenland und heiratet um 1700 zu Knorscheid in die begüterte Müllerdynastie BAUER.

Der Referent stellte die Auswandererthematik aus heutiger Sicht mit heutigen Begrifflichkeiten dar und musste (leider) feststellen: Alles schon mal dagewesen – aber viel schlimmer: Wird es auch so weitergehen?

Einige launige Karikaturen rundeten einen interessanten, aber auch nachdenklichen Abend ab. <NE>

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Neujahrsempfang der Seniorenvereinigung Püttlingen

Wie gewohnt hatte die Seniorenvereinigung Püttlingen dieser Tage zu Ihrem Neujahrsempfang eingeladen. Umrahmt von den  beschwingten Melodien der „Hauskapelle“ Helmut Schmeer und Wolfgang Getrey wurde die erste Veranstaltung im Neuen Jahr ein voller Erfolg: einmal mehr war der Versammlungsraum auf der Ritterstraße bis auf den letzten Platz besetzt, als Helga Schmitt das Gedicht „Glück und Segen für jeden der 365 Tage im Neuen Jahr“ vortrug.

Im Mittelpunkt stand die Rede des Vorsitzenden Rudolf Müller, der sich mit dem Selbstverständnis des Vereins beschäftigte. Bezugnehmend auf das neue Programm äußerte der Referent zentrale Gedanken: Man habe Bewährtes erhalten und zugleich neue Wege beschritten. In diesem Jahr stelle sich die Frage, was man tun könne, um die innere Struktur des Vereins zu verbessern.

In den letzten Jahren gebe es neben dem Programmangebot der SVP auch Veranstaltungen des Seniorenbüros der Stadt Püttlingen, das einen gewissen Wettbewerb darstelle. Trotz dieses ausgeweiteten städtischen Angebotes habe man die Mitgliederzahl konstant halten, ja ausweiten können, seien die Veranstaltungen der Seniorenvereinigung gut besucht. Dies liege daran, dass man ein Alleinstellungsmerkmal habe, hergeleitet aus dem Selbstbewusstsein, dem Gemeinschaftsgeist und der Eigenfinanzierung. Bewusst wolle man das Programm auch weiterhin selbst bestimmen und finanzieren, unabhängig sein und bleiben. Was allerdings die Rahmenbedingungen für den Verein in der Hallenbenutzung und Bewirtschaftung betrifft, mahnen wir eine Gleichstellung an. Dies habe man im Dezember 2019 auch in einem Schreiben an die Stadt Püttlingen vorgetragen. Der Anspruch sei also, führte Rudolf Müller weiter aus, dass man als frei-gemeinnütziger Träger in der Seniorenarbeit z.B. den Versammlungsraum auf der Ritterstraße und bei Bedarf weitere Räume der Stadt Püttlingen frei nutzen könne.

Für besonders wichtig erachtet Rudolf Müller, dass der Kontakt zu den Mitgliedern aufrecht erhalten wird, die aufgrund ihres Alters oder ihrer Krankheit nicht mehr an den Veranstaltungen teilnehmen können. Er dankte allen, die zur Weihnachtszeit die Kranken besucht haben. Am Schluss stand sein Wunsch, Mut und Kraft aufzubringen für alle Seiten des „Älterwerdens“, Toleranz und Nachsicht zu üben. Das Halbjahres-Programm kann hier nachgelesen werden. (ek/RM)

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Jahresschluss bei der Seniorenvereinigung Püttlingen

Mit einem Nachmittag ganz besonderer Art beendeten die Püttlinger „Senioren“ ihr umfangreiches Jahresprogramm. Man traf sich im liebevoll von Ursula Sander und ihrem Team geschmückten Raum an festlich gedeckten Tischen. Der Zitherverein unter der Leitung von Hans-Dieter Speicher eröffnete mit dem „Sachranger Menuett“ das anspruchsvoll zusammengestellte Programm.

Ernst Schmitt begrüßte die vielen Gäste und ließ es sich nicht nehmen, dem Verein zu seinem 125jährigen Jubiläum zu gratulieren. Anschließend intonierte der „Dreigesang“ (Caroline Ferdinand, Andrea Blum-Schröter und Dorothe Schmidt) mit „Mariä Verkündigung“ eine bayrische Volksweise.

Im Mittelpunkt stand wie gewohnt die Ansprache von Pastor Hans-Georg Müller. Hinter vordergründiger Heiterkeit verbarg er ein ernstes Anliegen: Weihnachten wiederhole sich Jahr für Jahr und sei doch immer wieder anders. Er brachte die Zuhörer mit einer Anekdote zum Schmunzeln: Ein sehr seltener Gottesdienstbesucher beschwert sich beim Pfarrer: „Ihre Gottesdienste sind langweilig, immer wieder das gleiche Programm. Jedes Mal, wenn ich in die Kirche komme, singen wir Weihnachtslieder“. Dieser Kirchenbesucher übersah wie viele andere Gläubige, dass man das Fest von Christi Geburt immer wieder neu erleben könne. Hans-Georg Müller hatte als anschauliches Beispiel eine Matrjoschka mitgebracht, jene russische Puppenserie, wo eine Figur in die nächstgrößere passt. Ein Junge sieht Weihnachten als das Fest der Geschenke, der Sechzehnjährige, zwar genervt von der „Familie“, begreift immer noch das Besondere der Heiligen Nacht. Der Fünfzigjährige erkennt (zu) spät, dass der Beruf seinen Lebensinhalt geprägt hatte. Mit 80 ist der Mann allein im „Betreuten Wohnen“, eher wehmütig als traurig. Der Referent zeigt die letzte Puppe: immer wieder das Gleiche, immer wieder anders – eine Freude, Hans-Georg Müller zuzuhören!

Ein Gedicht aus Haiti, von Helga Schmitt vorgetragen, leitete über zu einem wunderschönen Satz aus dem Burgenland: „Es wird ein Stern aufgehen“, intoniert vom Zitherverein und dem „Dreigesang“. Ernst Schmitt in Vertretung des erkrankten Vorsitzenden Rudolf Müller dankte dem Zitherverein und den Sängerinnen, die einmal mehr einen ganz besonderen Nachmittag bei der Seniorenvereinigung Püttlingen gestaltet hatten. „Das Chrischtkinnchen“, abschließend von den musikalischen Gästen vorgetragen, hatte einen besonderen Bezug zur Köllertalgemeinde, hat doch den Text der aus Püttlingen stammende Mundart-Autor Friedrich Ebert verfasst. Komponiert wurde der Satz von Bernhard Lederer, einem bayrischen Musiker, der wenige Tage zuvor der Uraufführung dieser Melodie im Kloster Heilig Kreuz beigewohnt hatte. Der Abend klang in guter Stimmung aus. (ek)

zu weiteren Fotos von Erich Keller

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Der heilige Nikolaus bei der Seniorenvereinigung Püttlingen

Unter den Traditionsveranstaltungen der Seniorenvereinigung nimmt der Nikolausabend einen besonderen Platz ein. Einmal mehr reichte der Raum nicht aus, die zahlreichen Besucherinnen und Besucher zu fassen, freuen sich doch nicht nur die Kleinen auf diesen Tag. Besinnliche Adventslieder eröffneten den Nachmittag. Gerhard Utter, immer wieder gern gesehener Gast auf der Ritterstraße, begleitete gekonnt auf dem Akkordeon.

„Lasst uns froh und munter sein“ wurde gesungen, als der Heilige im vollen Ornat den Raum betrat. Irene Kirsch begrüßte ihn mit einem Gedicht. St. Nikolaus hielt eine kurze und geistreiche Ansprache, verbunden mit dem Wunsch, alle im nächsten Jahr wiederzusehen. Verabschiedet wurde er mit „Niklaus ist ein guter Mann“. Wieder wurde ein Gedicht vorgetragen, und gerne nahm der Besucher eine kleine Spende mit, die helfen soll, für Benachteiligte Gutes zu bewirken. „De Niggelos wor bei de Kinna“ – Helene Gräber trug, kaum war der Nikolaus verschwunden, ein anekdotisches Gedicht vor. Mit Glühwein und Weckmännern klang der stimmungsvolle Nachmittag bei der Seniorenvereinigung aus. (ek)

zu weiteren Fotos von Olaf Reeck

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Das Rentnerquintett gestaltet einen schönen Nachmittag bei der Seniorenvereinigung Püttlingen

Diesmal war es Ernst Schmitt, der neben den Sängern die zahlreichen Zuhörer und Zuhörerinnen begrüßte, die zu diesem ansprechend gestalteten Nachmittag gekommen waren. Ganz besinnlich eröffneten die „Rentner“ das kleine Konzert mit „Hallelujah“, mit eigenen Texten unterlegt. Walter Becker, der Leiter der Gruppe, Manfred Braun, Günter Sander und Rudi Schirra hatten ein vielseitiges Programm zusammengestellt: getragene Melodien wechselten mit flotten Rhythmen. Nostalgie klang auf: „Ich wär so gern bei dir“; die große, weite Welt wurde besungen: „Sierra Madre del Sur“ – Lieder zum Mitsingen oder, wenn die Textkenntnisse fehlten, zum Mitsummen. Die Freude war an den Gesichtern der Gäste abzulesen. Mit dem „Bajazzo“ ging die Abendmusik zu Ende. Großer Dank galt den Sängern für ihren engagierten Beitrag. Übrigens: Wer die „singenden Rentner“ engagieren will, kann sich gern mit Walter Becker in Verbindung setzen (06898/66548). (ek)

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Seniorenvereinigung Püttlingen: Mundarttexte und Dorfgeschichten

Nicht gerade am 11.11., aber nur wenige Tage später, hatten die „Senioren“ zu einem unterhaltsam-lustigen Nachmittag eingeladen. Rudolf Müller, Vorsitzender der Vereinigung, begrüßte mit Helene Gräber und Blandine Schille die Akteurinnen der Veranstaltung, nachdem er Ernst Schmitt zur Wiederwahl im Amt des Seniorenbeauftragten gratuliert hatte.

Blandine Schille erzählte vom „Latwerigkochen“, nicht nur in Herchenbach, sondern auch in Reimen. Die Arbeit war mit einem kleinen Fest verbunden. „Quetschekuche“ und „Quetscheschnaps“ begleiteten das mühsame Rühren über dem offenen Feuer. Rasch wurden die Gläser gefüllt; sicher gab es Gedränge, aber für alle war genug da.

In einer weiteren Geschichte ging es um die Image-Probleme des Obst- und Gartenbauvereins. Um bekannter zu werden, sollte ein Schild auf das Vereinshaus  hinweisen, doch konnte man sich auf keinen Platz einigen. Nach mancherlei Querelen schafften es die Herchenbacher „Schildbürger“ dann doch, das Schnitzwerk am richtigen Ort unterzubringen. Mit der Erzählung vom Herchenbacher Schweinehirt schloss Blandine Schille ihren Vortrag und erklärte so, wie der Name „Sauwasen“ entstanden ist.

Auch Helene Gräber vertiefte sich in die Vergangenheit. Familienleben und Essgewohnheiten, vorgetragen im „Köllertäler“ Dialekt, wurden unterhaltsam dargestellt. Von den „Schirmeflickern“  Paul und Maarie wurde berichtet, von Hausierern und weiten Wegen, zurückgelegt, um das Fahrgeld für die Straßenbahn zu sparen. Es folgte die heitere Geschichte, wie zwei Geschwister dem Vater das Essen bringen sollten, es unterwegs aber fast aufaßen. Der Vater beklagte sich am Abend über die karge Mahlzeit, und es blieb den Kindern nichts anderes übrig, als die „Untat“ zu gestehen. Recht ängstlich warteten sie auf die Reaktion, aber die Mutter nahm sie in den Arm und gab ihr einen Rat mit, den sie heute noch beherzigt: „Rier nix on, was dich nix ongeht.“

Wieder einmal, so bedankte sich Rudolf Müller abschließend im Namen der Gäste, hätten Mitglieder der Seniorenvereinigung Püttlingen großartige Beiträge geliefert. (ek)

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Professor Dr. Conrad bei der Seniorenvereinigung: Pfarreiengeschichte bis 1918          

Die Organisation der Pfarreien im Bistum Trier befindet sich in einem nicht für möglich gehaltenen Umbruch, gerade der richtige Zeitpunkt, in die Geschichte zurückzublicken. Dazu ist niemand besser geeignet als der Köllner Pfarrer Dr. Conrad, schon häufiger Gast bei der Seniorenvereinigung Püttlingen.

Die Region, über die er reden wird, sei nicht so einfach zu umfassen, meinte der Referent. Püttlingen gehörte weltlich zum Bistum Metz, geistlich hingegen zum Bistum Trier. Geschickt stellte Joachim Conrad die leicht verwirrenden Herrschaftsverhältnisse im Mittelalter dar, indem er Parallelen zur Gegenwart aufzeigte. Püttlingen gehörte zur Herrschaft Krichingen, Köllerbach hingegen den Grafen von Nassau-Saarbrücken. Im frühen 13.  Jh. schenkten die Edelherren von Saarbrücken die Kapelle in Püttlingen der Pfarrkirche Bous. Zu der Zeit war Püttlingen so arm, dass nicht einmal Steuern erhoben werden konnten. Erst ein Jahrhundert später kann durch eine Schenkung eine Pfarrei in Püttlingen vermutet werden. Unterstützt wurden die Kirchen damals durch Bruderschaften. Ende des 16. Jahrhunderts wird von einer Visitation berichtet, nach der die Pfarrstelle in Püttlingen vakant war. Das blieb wohl so bis ins frühe 17. Jh.  Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden die Zugehörigkeiten neu geordnet. Die Prämonstratenser des Klosters Wadgassen übernahmen Püttlingen. Im frühen 18. Jh. wurden die Pfarrer von Köllerbach gleichzeitig auch Vikare in Püttlingen. Erst 1757 erhielt Püttlingen einen residierenden Pfarrer, der auch Niedersalbach und Rockershausen betreuen musste. Zwischenzeitlich änderte sich auch das Patrozinium: ursprünglich dem Heiligen Michael zugeordnet, wurde die Kirche zunächst der Gottesmutter geweiht, nach den Epidemien des 17. Jahrhunderts dem Pestheiligen Sebastian.

Im 19. und 20. Jh. stand Püttlingen unter einem besonderen Stern: die Gemeinde gehörte zu Preußen, alle wichtigen Stellen waren mit Protestanten besetzt. Von der preußischen Verwaltung profitierte vor allem das Schulwesen, auf dessen Ausgestaltung großer Wert gelegt wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das damalige Saargebiet dem Völkerbund unterstellt, doch geistlich blieb die Region getrennt durch die Zuordnung zu den Bistümern Trier und Speyer, die heute noch gilt. Die interessierten „Senioren“ spendeten Professor Conrad begeisterten Beifall für diesen spannenden Vortrag. (ek)

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Totengedenken bei der Seniorenvereinigung Püttlingen

So, wie die Senioren der Vereinigung gemeinsam feiern, finden sie sich einmal im Jahr in der Pfarrkirche St. Bonifatius auf der Ritterstraße zum Gottesdienst zusammen, um der verstorbenen Mitglieder zu gedenken. Pfarrer Hans-Georg Müller, selbst Mitglied bei der Seniorenvereinigung, zelebrierte die Messe, die auch von den „Senioren“ mitgestaltet wurde.

„Hinterher ist man immer klüger“, begrüßte der Geistliche mit einem Zitat aus der Fernsehwerbung, aber an bestimmten Tagen wisse man eben nicht, „wie es ausgeht“. Anders bei dem Gedenken an die Verstorbenen: Da wissen wir es, wenn wir auf Gottes Wort vertrauen, lautete das Grußwort des Zelebranten.

Im Mittelpunkt stand natürlich die Predigt, ganz auf den besonderen Anlass abgestimmt. Ausgehend von einem Markterlebnis in Lebach, seiner früheren Pfarrstelle, verglich Hans-Georg Müller das gesamte Leben mit einem Kommen und Gehen, einerseits erlebte Vitalität, andererseits das Abschiednehmen. Gerade das Leben älterer Menschen sei eine Vorbereitung darauf. Das Leben bedeute ein ständiges Kommen und Gehen, man lernt neue Menschen kennen und muss sich von anderen verabschieden. Nicht alle haben die Möglichkeit, diese Teilnahme selbst zu bestimmen, Ältere und Kranke seien davon ausgeschlossen. Er gab den  Besuchern des Gottesdienstes ein Dichterwort mit auf den Weg: „Die Dankbarkeit ist das Maß unserer Lebendigkeit“. So habe er gerade bei Menschen, die ganz auf die Hilfe anderer angewiesen sind, große Dankbarkeit erlebt. Ein sehr persönliches Erlebnis, berichtete Pfarrer Müller, habe ihn gelehrt, vom Aktionismus der Jugend Abstand zu nehmen. Es waren Worte des Trostes, die die „Senioren“ mitnehmen konnten. Auch nach dem Verlesen der Namen der verstorbenen Mitglieder klang dieser Trost nach in einem Gottesdienst mit besonderer Würde.

Traditionell versammelte man sich anschließend im gewohnten Raum, um bei Kaffee und Kuchen das Gespräch zu pflegen. Rudolf Müller, Vorsitzender der Seniorenvereinigung, dankte allen Beteiligten für die Gestaltung dieses so ganz besonderen Nachmittags, ganz herzlich natürlich bei Hans-Georg Müller. Einmal mehr war der Versammlungsraum zu klein für die zahlreichen Gäste, auch Beleg für den großartigen Zusammenhalt in der Seniorenvereinigung Püttlingen. (ek)

zu weiteren Fotos von Olaf Reeck

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