Aktuell

 


Berichtsübersicht:

„Meine Gartenleidenschaft“ von Hans-Georg Müller“
„Spaziergang 2“ von Olaf Reeck
Beitrag Hans-Georg Müller
„Spaziergang“ von Olaf Reeck
„Cöllerthaler Wald“
Ein unbekannter Heiliger
Fastnacht bei der SVP
Ausstellung 100 Jahre – 100 Bilder
Das St. Barbara Hospiz Bous
Rückblick auf die Thüringen-Fahrt
Einwanderer im Köllertal
Neujahrsempfang der SVP

 


Wo Himmel und Erde sich berühren:

Meine Gartenleidenschaft

Wenn man den Garten betritt, trifft man sogleich auf ein Gartenhaus aus Holz. An diesem Gartenhaus hängt ein englisches Replik aus Ton, auf dem steht:
God the first garden made – als erstes schuf Gott den Garten.
Gleich daneben hängt ein alter verrosteter Schlüssel aus der Bretagne mit der Inschrift:
La clé du bonheur – der Schlüssel zum Glück.
Und in der Mitte des Gartens sieht man ein großes Metallschild mit der durchstochenen Inschrift:
Den Garten betritt man nicht mit den Füßen, sondern mit dem Herzen.
Diese drei Details wollen deutlich machen, was den Garten ausmacht. Wer mich kennen lernen will, muss meinen Garten kennen, denn mein Garten ist mein Herz.

Schmackhaft gemacht hat es mir auch Papst Johannes XXIII, der einmal gesagt hat:
Wir sind nicht auf Erden, um ein Museum zu hüten, sondern einen Garten zu pflegen, der von blühendem Leben strotzt und für eine schöne Zukunft bestimmt ist.

Der Garten ist Ort der Betrachtung, der staunenden Versenkung in die Wunder des Lebens. Stätte der lebendigen Begegnung mit Gott und seinem Spiel der Phantasie und Liebe. In diesem Sinne ist der Garten die große Welt der kleinen Wunderwerke, der Raum der Ideen und Kostbarkeiten, die bunte Fülle aller Geheimnisse.

Der Garten auf dem Weiherberg umfasst 3000 qm und besitzt als dominierendes Element die Steinbeete. 70 Tonnen habe ich im Laufe der Jahre hineingebracht. Ein weiteres Element ist die Farbe Blau an vielen Stellen des Gartens. Blau als Farbe des Himmels und der Weite, verbunden mit dem Grün der Erde.

Nie ist der Garten gleich, immer wieder gibt es Veränderungen. In den letzten beiden Jahren entdeckte ich meine Liebe zu Rosen. So kamen zu einer schon bestehenden Rosenwand und 6 Rosenstöcken noch 20 neue Rosenstöcke hinzu.

Im Zentrum des Gartens gibt es zwei kleine Teiche, in denen sich Frösche, Molche und Ringelnatter wohlfühlen. Die beiden Wasser werden überspannt von einer blauen Bogenbrücke. In vier Hochbeeten mit Abdeckung werden die Blumen der Saison vorgezogen, um sie dann ab Ende Mai ins Freiland zu bringen. Das Ganze funktioniert natürlich nur mit reichlich Nass, was in den beiden vergangenen Jahren etwas problematisch war. So habe ich an verdeckten Stellen im Garten Auffangbehältnisse für Regenwasser installiert, versehen mit Elektrik und Hauswasserpumpe und 50 m Schläuchen, so kann ich mit diesen 7000 l knapp 2 Monate ohne Regen überstehen.

Wohlfühlen sollen sich in diesem Garten natürlich auch die gefiederten Freunde, die so schön anzuschauen und auch nützlich sind. Neben mehreren Vogeltränken gibt es auch über 20 Nistkästen, die zu 70-80 % ausgelastet sind. Vor allem Meisenarten, Hausrotschwanz, Zaunkönig und andere Vogelarten nehmen dies dankbar an.

Ich schätze meinen Garten mehr wegen seiner vielen Amseln als wegen der Kirschen und ich gebe ihnen ganz freiwillig Früchte für ihre Lieder. Für Wildbienen und Hummeln und andere Insekten stehen zwei selbstgebaute Insektenhotels zur Verfügung, die ebenfalls gut belegt sind.

Bezüglich der Obstbäume brauche ich eigentlich nur von den Apfelbäumen einen größeren Ertrag, den ich zur Apfelsaftgewinnung benötige – alles darüber hinaus wird an die Nachbarn verteilt. Im Apfeljahr 2018 erntete ich 18 Zentner Äpfel, im Jahr 2019 einen einzigen Apfel. Als ich diesen nach einigen Tagen essen wollte, war er verfault. Gärtnerglück – Gärtnerleid.

Alles Übrige an Obst ist eigentlich nur zum Naschen da. Und so geht das meiste über den Zaun an die Nachbarn. Kirschen, Feigen, Birnen, Pfirsiche, Stachelbeeren, Himbeeren, Weintrauben. Eine große Weinlaube bringt immer reichlich Ertrag. Einige der 6 Traubensorten bekam ich von Winzern an der unteren Saar anlässlich von Hochzeiten und Taufen geschenkt.

Der Garten, Faszination und Geschenk, in dem ich eine Zeit lang Verwalter sein darf. Und wenn dann der Herbst und Winter kommt, wolkenverhangene Melancholie, Zeit um stillzuhalten und abzuwarten, weiß ich, da schlummert schon neues Leben unter der Erde, was mich im Frühjahr erfreuen und beglücken will.

Der bekannte Berliner Staudengärtner Karl Foerster (1874-1970) hat einmal gesagt:
Wenn ich noch einmal auf die Welt komme, werde ich wieder Gärtner und das nächste Mal auch noch. Denn für ein einziges Leben ist diese Leidenschaft zu groß.

Und Georg Fox schrieb in einem Gedicht über meinen Garten:
Der Garten, den du liebst, er liebt dich tausendfach zurück.

Für einen Besuch mit Abstand steht dieses Gartentor jederzeit für Euch alle offen. Führungen dauern eine gute Stunde, sind gratis und buchbar unter 06898-66944.

Herzlichst Euer Hans-Georg

Ein Stück Land zu besitzen, es mit der Hacke zu bearbeiten,
Samen auszusäen und deren Erneuerung des Lebens zu beobachten,
dies ist die befriedigendste Sache, die ein Mensch tun kann.

(Charles Warner)

 

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Spaziergang 2 nach Herchenbach
Ein Meer im Kornfeld
von Olaf Reeck

Die Coronawellen ebben eben ab.
Wogegen Träume von den Schaumkronenwogen
an der Playa ins Wasser fallen.
Allein das kann trösten:
Wenn in der Köllertaler Toscana
der Wind Wellen kräuselt ins Korn
– oder – apropos Korn –
einen aus der Feldflasche
wenn er wohlig wallend hinunterstrudelt…

 

 

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Beitrag unseres Freundes Herrn Pastor Hans-Georg Müller für die Mitglieder der Seniorenvereinigung

Liebe Freundinnen und Freunde der Seniorenvereinigung!

„Sieben Wochen ohne….“, so lautet das Motto der Kirche in der Fastenzeit. Bei uns sind es mittlerweile acht Wochen, in denen wir uns nicht mehr im vertrauten Kreis gesehen haben und es wird sicherlich noch einige Zeit vergehen, bis wir uns wiedersehen können. Nicht nur Ihr, auch ich vermisse schmerzlich die schönen Begegnungen am Dienstag. Die Gespräche, die oft niveauvollen Vorträge der Referenten, die Hilfsbereitschaft derer, die zum Gelingen der Treffen beitragen. Ein Viertel der Mitglieder tragen in irgendeiner Form dazu bei, dass die Veranstaltungen stattfinden können. All das vermissen wir, seitdem der Virus unser Leben empfindlich unterbrochen hat.

Oft sehen wir erst im Verlust, was wir eigentlich hatten: eine aktive, pulsierende Gemeinschaft. Wir können in dieser Krise auch sehen, worauf es ankommt, was wirklich wichtig ist in unserm Leben, nämlich das, was wir in der Seniorenvereinigung jeden Dienstag erleben: Gemeinschaft, Füreinander da sein, Hilfsbereitschaft.

Und nun diese Pandemie. Wir können aus dieser Situation aber auch etwas lernen. Dies nämlich, dass vieles, was wir für ganz selbstverständlich halten, eben nicht selbstverständlich ist. Einander besuchen, einander berühren, miteinander reden und eben auch miteinander singen. Dass wir all dies tun können, das ist und bleibt ein großes Geschenk. Dass wir es jetzt gerade nicht oder nur eingeschränkt können, das macht schmerzlich spürbar, wie wichtig all diese Dinge sind. Aber ich habe die Hoffnung, dass uns gerade diese Einschränkungen deutlich machen: Die gemeinsamen Treffen und manches andere sind eben nicht banale Selbstverständlichkeiten, sondern wertvolle und unverzichtbare Bausteine unseres Lebens.

Und so freue ich mich schon heute darauf, dass wir diese Bausteine wieder in unser Leben einfügen können. Ja, es ist gut, wenn wir so aneinander denken und füreinander beten – denn Gott kennt Dein Gestern und er weiß um Dein Morgen. Schenke Du ihm Dein Heute!

In herzlicher Verbundenheit

Euer Hans-Georg

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Liebe Freunde, liebe Mitglieder der Seniorenvereinigung Püttlingen e.V.

Viele von Ihnen vermissen unsere regelmäßigen Veranstaltungen am Dienstagnachmittag. Leider können wir nicht mehr damit rechnen, dass unser Programm bis zu den Sommerferien (Ende Juni) wieder aufgenommen wird. Wir werden Sie aber regelmäßig informieren. Ihnen allen wünschen wir Gesundheit und die notwendige Geduld in dieser Krisenzeit. Es tut ganz einfach gut, unserer Gemeinschaft anzugehören.

Für den Vorstand

Rudolf Müller, Erster Vorsitzender

 


Spaziergang

Die Landschaft zwischen Rittenhofen und Herchenbach habe ich mit dem Namen „Köllerbacher Toscana“ bedacht. Die einzigartige Harmonie der Feldlinien, der Wegführung, der Fernsichten macht jeden Spaziergang zu einem Augenerlebnis. Und weckt die Fantasie.

Das medidative Gehen lässt in dieser gedanklichen Freiheit Bilder des Gesehenen im Kopfkino aufblitzen und miteinander verbinden. Hier am Beispiel der farbigen Strukturen der verwitterten Weidepfosten am Josefshof mit der Kamera nachgestellt. Die Pfosten habe ich einzeln aufgenommen und in einem Bild zu einer an eine Gebirgskette oder eine morbide Straßenschlucht erinnernde Landschaft arrangiert.

Aber da war doch noch der Mond. Auf dem Hinweg stand er über Riegelsberg, auf dem Rückweg über Köllerbach. Den habe ich eingefangen und lasse ihn zwischen den visuellen Gedankenpfosten durchfliegen, und er wird – unglaublich – von dem grimmigsten von ihnen verschluckt.

Olaf Reeck

 

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Seniorenvereinigung Püttlingen: „Der Cöllerthaler Wald – früher und heute“

Gleich zwei Referenten hatte die Seniorenvereinigung eingeladen, um Heimatkunde auf hohem Niveau zu betreiben. Vorstandsmitglied Josef Müller begrüßte Diplom-Forstwirt Jörn Wallacher und den „Urwaldförster“ Winfried Lappel, die durch Vermittlung von Hans-Georg Müller zum Vortrag angereist waren. Jörn Wallacher, der „Förster vom Pfaffenkopf“, versprach gleich zu Beginn eine „Heimatkundestunde für Erwachsene“. Er begann mit einem eindrucksvollen Blick ins Köllertal, gefolgt von einem großformatigen Foto des gesamten Waldgebietes, das schon im 16. Jh. kartographiert worden war. In diesem „gewarnten“ Waldgebiet – so kommt die Bezeichnung „Warndt“ zustande – gab es sogar Wildpferde. Die Gemarkungsnamen „Rösselwies“ und „Hengstwald“ leiten sich möglicherweise davon ab. Der reiche Wildbestand lockte den jagdfreudigen Adel und führte zum Bau von Jagdschlössern wie Philipsborn, heute Forsthaus Neuhaus. Der Referent zeigte in alten Stichen, wie die Jagd ablief. Die Waldordnung war überaus streng. Holzhandel wurde flussabwärts bis nach Holland betrieben. Der Raubbau führte zu einer Verarmung der Bevölkerung; Auswanderung war die Folge, bis die Steinkohle neue wirtschaftliche Grundlagen sicherte. In unserer Region entstanden Waldgruben wie etwa Von der Heydt. Jörn Wallacher berichtete über die soziale Lage der Bergleute und die Entstehung von Arbeitersiedlungen. Bilder von der liebevollen Restaurierung der Gebäude in Von der Heydt rundeten den historischen Teil des Vortrages geschickt ab. Der Wald, so schloss der Referent, kehrt zurück, die Natur überwuchert die Zivilisation. Der Wald hat eine neue Funktion übernommen: Er ist zu einem Ort der Erholung geworden. Fast schade, dass die Heimatkundestunde zu Ende war!

Winfried Lappel berichtete über den aktuellen Zustand des saarländischen Waldes, dessen Aufbau weitgehend nach wirtschaftlichen Notwendigkeiten historisch bestimmt ist. Drei Viertel des Baumbestandes sind Laubbäume, weit mehr als im Bundesdurchschnitt; er litt im Hitzesommer 2019 ganz besonders. Hart betroffen ist der Bestand an Eschen, der durch Pilzbefall bis zu 60 Prozent verliert. Ein anderes Sorgenkind ist die Fichte. Das Niederschlagsdefizit lässt große Mengen Totholz entstehen. In anschaulichen Schaubildern zeigte Winfried Lappel die fortschreitende Schädigung des Waldes. Doch ließ der Referent die Zuhörer nicht hoffnungslos zurück: Er stellte eine Vielzahl von Maßnahmen vor, die in einer Art  Masterplan die Zukunft der saarländischen Wälder sichern sollte, seien sie staatlich, kommunal oder privat. Josef Müller blieb abschließend die Aufgabe, sich für die informativen und kurzweiligen Vorträge zu bedanken. (ek)

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Ein „unbekannter Heiliger“ bei der Seniorenvereinigung Püttlingen

Nach einer ferienbedingt langen Pause fanden sich die „Senioren“ besonders zahlreich auf der Ritterstraße ein, galt es doch, der heiteren Fastenpredigt von Hans-Georg Müller zu folgen und anschließend bei eingelegten Heringen und leicht verspätet die Fastenzeit zu beginnen. „Ein unbekannter Heiliger“ hatte Pastor Müller seinen Vortrag überschrieben. Es gebe sage und schreibe 1628 Heilige, allein 428 davon habe der besonders fleißige Papst Johannes Paul II zu den Ehren der Altäre erhoben. Der Referent zitierte aus einem Brief , den der Theologe Professor Seitz an den Vatikan gerichtet hat. Er fragte an, ob man dort etwas von einem heiligen Cucina wisse, der in Bayern allenthalben verehrt wird. Die Antwort war enttäuschend: es gebe keinerlei Unterlagen über einen Heiligen dieses Namens.

Professor Seitz forschte fleißig weiter und kam rasch zu der Ansicht, dass man diesen Heiligen zu Unrecht lange Zeit versteckt gehalten hat, vielleicht, weil er leiblichen Genüssen durchaus zugetan war. Nicht umsonst war er der Patron der Köche, Bauern und Winzer. Dargestellt wird er häufig im Mönchsgewand, bereichert allerdings durch einen Kochlöffel und nicht selten mit einem Weinglas in der Hand. St. Cucina gilt als Erfinder der Gemüsesuppe Minestrone, mit der er besondere Heilungserfolge erzielt haben soll; deshalb wird er noch heute bei Magen-, Darm- und Leberleiden angerufen. Als Gedenktag gilt das Erntedankfest. Hans-Georg Müller trug Anekdoten aus dem Leben des Heiligen vor. So sollte der fromme Bruder Barolo auf kochende Milch aufpassen, die sich zu dessen Erstaunen „wunderbar“ vermehrte, als sie überkochte. Der heilige Cucina ist auch der Erfinder der vor allem in Bayern bekannten Zwiebeltürme, krönte er doch das unvollendete Modell einer Kirche spontan mit zwei  Zwiebeln. Der merkwürdige Heilige, vom Teufel auf garstige Weise in Versuchung geführt, spießte ihn auf eine Gabel, schleppte ihn in ein Fastfood-Restaurant, presste ihn in zwei welke Salatblätter und eine schwammige Semmel; so wurde der McDevil-Burger erfunden. Noch aus dem Grab heraus verhinderte er das Anbrennen von Koteletten. So konnten sie gerettet und verspeist werden. Die abgenagten Knochen sollen als Reliquien in alle Welt verkauft worden sein. Wie ein Feuerwerk brannte der Referent zahlreiche Anekdoten ab.

Das Leben vieler Heiliger liegt im Dunkeln. Warum soll nicht auch eines so wichtigen Patrons gedacht werden? Die päpstliche Kongregation für die Heiligsprechung ist der Beschäftigung mit Bruder Cucina nicht abgeneigt, und schließlich habe Therese von Avila gesagt: „Gott ist auch in den Kochtöpfen zu Hause.“ Was gebe es Schöneres, so schloss Hans-Georg Müller, als liebe Menschen zu bekochen und dankte damit dem fleißigen und einfallsreichen Küchenteam. Und mancher der vielen Zuhörer mag bei sich gewünscht haben, eine solche Predigt öfter zu hören. Der Dank des Vorsitzenden Rudolf Müller war allen aus dem Herzen gesprochen. (ek)

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Tolle Fastnacht bei der Seniorenvereinigung

Selbst die spürbaren Nachwehen des Sturmtiefs „Sabine“ hielten die Mitglieder der Seniorenvereinigung Püttlingen nicht davon ab, zum Karneval auf der Ritterstraße zu erscheinen. Wolfgang  Getrey und Helmut Schmeer, faktisch die Hofkapelle der „Senioren“, eröffneten im hübsch dekorierten Saal das Programm und begleiteten es auch fortan. Ein rein weiblicher Elferrat zog in die Halle ein und forderte vehement einen Begrüßungstrunk, ehe der Vorsitzende Rudolf Müller in lustigen Reimen begrüßte. Anschließend ließ er das politische Geschehen Revue passieren: nichts wurde ausgespart, nicht die Ereignisse in Thüringen, den Flughafen BER und der Ludwigspark. Er schloss mit einer närrischen Widmung an „AKK“  und Versen über das Mehrgenerationenhaus. Helga Schmitt führte gekonnt durch das Programm. Sie kündigte Renate Albert und Anneliese Weber an, die bei „Ziegenmedizin“ Arzt und Patientin spielten. Anita Gauer und Ursel Sander unterhielten mit dem Sketch „Tabletten, Tabletten“ über Sinn und Unsinn von Medikamenten. Eine „Liebeserklärung an Josef“ beendete den ersten Teil.

„Schiller und Schaller“ – eine herrliche Persiflage auf literarische Bildungslücken wurde von Helga Schmitt und Gertrud Speicher vorgetragen. Blandine Schille, schon immer als „Dichterin“ geschätzt, erzählte aus der Schule, wie man „dommols“ die Erschaffung des Menschen erklärt hat. Bei „Amanda, hol die Hand da weg“ stieg die Stimmung noch weiter, so dass Ernst Schmitt bei seiner geistvollen Büttenrede auf offene Ohren stieß. Die Hexengruppe erreichte mit ihrer Schauerdarbietung einen neuen Höhepunkt und ließ mit dem „Hexeneinmaleins“ den Abend ausklingen – großartig, was die Senioren und Seniorinnen auf die Bühne gebracht haben! Nicht wenige bedauerten, dass, bedingt durch die Ferien und die Seniorenfastnacht im Trimmtreff, das nächste Treffen erst in drei Wochen stattfinden wird. (ek)

zu weiteren Fotos von Olaf Reeck

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Seniorenvereinigung Püttlingen:
Ausstellung 100 Jahre – 100 Bilder

In der Hauptstelle der Sparkasse Saarbrücken wurde dieser Tage eine bemerkenswerte Ausstellung eröffnet, die mit Unterstützung der Seniorenvereinigung Püttlingen zustande kam.

Kann man ein Jahrhundert sichtbar machen, und kann man im Gesicht erkennen, was im Herzen brennt? Antworten auf diese Fragen liefert die eindrucksvolle Fotoausstellung „100 Menschen – 100 Jahre“, die noch bis zum 21. Februar 2020 in der Kundenhalle der Sparkasse am Saarbrücker Neumarkt während der Geschäftszeiten von 9 bis 17 Uhr (freitags bis 16 Uhr) zu sehen ist.

Hier spiegeln sich 100 Jahre in den Gesichtern von 100 Menschen. Der Jüngste ist ein Jahr alt, die Älteste stolze 100 Jahre. Über vier Jahre hat der Grafikkünstler und Diplom-Designer Olaf Reeck an seinem Konzept gearbeitet. Es ist das Ergebnis eines Zeichenprojektes, das der 81-Jährige an der Volkshochschule Püttlingen leitet.

Die gezeigten Aufnahmen gehen weit über ein „nur“ Porträtieren von Persönlichkeiten hinaus. Natürlich steht zwar zunächst die dokumentarische Erfassung im Vordergrund. Zusätzlich besitzt diese Sammlung aber eine hohe emotionale Bedeutung. Denn die Ausstellung mit ihren Porträts erzählt Lebensgeschichten, die uns innehalten lassen. Sie lädt die Besucher ein zum Nachdenken, zur Reflexion über das Werden, die Vergänglichkeit, die Spuren, die die Zeit hinterlässt. Es ist eine expressive Lebensreise durch 100 Jahre.

Bernd Gilgen spannte in seiner Laudatio einen Bogen von Familienbildern in der Literatur und der Malerei, etwa Darstellungen der Heiligen Familie, bis zu den ausgestellten Lebensbildern: junge Gesichter voll Angst oder Erwartung, Heranwachsende, die vom Wohlstand der Vorgenerationen profitierten,  Männer und Frauen einer Generation, die ohne Krieg und Not groß geworden ist und schließlich alte Frauen und  Männer, gezeichnet von Hunger und Entbehrung.

Die Fotographien – ursprünglich ein Dankeschön für die Zeichenmodelle – wurden in einem Buch der Seniorenvereinigung Püttlingen veröffentlicht und sind jetzt erstmals in dieser besonderen Ausstellung in der Sparkasse Saarbrücken zu bewundern. (Sparkasse/ek)

Weitere Berichte zur Ausstellung:

Sparkasse Saarbrücken
Wochenspiegel

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Zu Gast bei der Seniorenvereinigung Püttlingen:
das St. Barbara Hospiz Bous

Das Hospiz in Bous besteht seit fünf Jahren. Es verfügt über Gemeinschaftsräume, zehn wohnlich eingerichtete Einzelzimmer und eine angemessene personelle Ausstattung. Helmut Himber, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, referierte als Gast bei der Seniorenvereinigung Püttlingen, herzlich willkommen geheißen vom Vorsitzenden Rudolf Müller.

Am Jahresanfang, so begann Helmut Himber sein eindrucksvolles Referat, wünsche er allen Zuhörerinnen und Zuhörern Gesundheit und vor allem ein selbstbestimmtes Leben. Sein Thema sei schwierig, habe es doch mit dem Lebensende zu tun. Ein Klinikaufenthalt sei „endlich“,  verbunden mit dem Wunsch nach Heilung. Anders sei es mit der Feststellung der Pflegebedürftigkeit: sie sei meist eine dauerhafte Angelegenheit. Der Gesetzgeber gehe davon aus, dass Erkrankte so lange wie möglich in der häuslichen Umgebung gepflegt werden, obwohl dies der aktuellen gesellschaftlichen Realität nicht mehr entspricht. Ausführlich ging der Referent auf verschiedene Möglichkeiten der Betreuung ein, beispielsweise die SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung) oder die Palliativstationen, die in manchen Krankenhäusern eingerichtet wurden. Das stationäre Hospiz biete sich erst dann an, wenn keine andere Betreuung, auch zum Beispiel in einer Pflegeeinrichtung, möglich ist. Voraussetzung für die Aufnahme in das Hospiz sei eine weit fortgeschrittene lebensbedrohliche Erkrankung. Meist handele es sich um Tumorpatienten. Im Mittelpunkt, so führte der Referent weiter aus,  stehe der Hospizgedanke: ein „Leben bis zuletzt“. Das Ziel sei es, ein würdevolles und selbstbestimmtes Sterben zu  ermöglichen. Die persönlichen Wünsche und die körperlichen, sozialen, psychischen und spirituellen Bedürfnisse der Kranken, im Hospiz „Gäste“ genannt, und ihrer Umgebung seien vorrangig. Menschen sollen im Sterben nicht alleine gelassen werden, ihre Würde bis zuletzt gewahrt werden. Die Verweildauer in der Einrichtung Bous betrage im Durchschnitt weniger als einen Monat.

Abschließend stellte Helmut Himber den Förderverein vor. Zwar seien die Patienten von Zahlungen befreit, doch verlange der Gesetzgeber von einem Förderverein einen „Beitrag“ von 5 %. Im Falle des Hospiz Bous sei jährlich eine Summe von etwa immerhin 75.000 € aufzubringen. Dies geschehe durch Mitgliedsbeiträge, Schenkungen und bestimmte Benefiz-Aktionen. So könne der Förderverein den Patienten und ihren Familien vieles erleichtern. Die ehrenamtliche Arbeit sei nicht immer leicht, schloss der Referent, aber sie bedeute auch Erfüllung und Freude. Herzlicher Beifall dankte Helmut Himber für den gleichermaßen emotionalen und sachlichen Vortrag. (ek)

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Die Seniorenvereinigung Püttlingen unterwegs

Im umfangreichen Programm der Seniorenvereinigung nehmen die Fahrten und Reisen einen besonderen Rang ein. Wichtigste Veranstaltung in diesem Rahmen war im vergangenen Jahr die Mehrtagesfahrt nach Thüringen. In einem interessanten Rückblick berichtete Olaf Reeck in zahlreichen Bildern über die Stationen dieser Reise, die von einem Vorstandsmitglied geplant und geleitet wurde. Wesentliche Ziele waren die Wartburg, die Landeshauptstadt Erfurt, die Klassikerstadt Weimar und natürlich Gotha mit Schloss Friedenstein. Ein so nicht erwarteter Höhepunkt war der Besuch der Fachwerkstadt Schmalkalden: Farben und Blumen, Licht und lebendige Geschichte von unglaublicher Schönheit. Was für die Teilnehmer der Reise eine liebevolle Erinnerung war, sprach die anderen Gäste des Nachmittags durch die Qualität der Bilder an. Im Rahmen der Veranstaltung wurde in einer kurzen Präsentation das Ziel der nächsten Reise vorgestellt: zum Jubiläumsjahr geht im September die Fahrt nach Tirol; unter anderem werden Innsbruck, Wörgl, Kitzbühel und Kufstein besucht. Außerdem sind im Frühjahr zwei Tagesfahrten nach Finkenrech und in die Pfalz geplant. In einer Mischung aus Kultur und Genuss geht es nach dem Besuch des Doms zu Speyer zu einer Weinprobe nach Maikammer. (ek)

zum Bericht mit den einzelnen Foto-Links
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Einwanderer im Köllertal – alles schon mal dagewesen?

Der Vortrag von Norbert EMANUEL befasste sich mit dem (immer) aktuellen Thema der Migration. Die Motivation ist vielfältig: wirtschaftliche, religiöse, politische, berufliche oder persönliche Gründe spielen hier eine Rolle.

Der Referent lud seine Zuhörer auf eine kleine Zeitreise ein:

Zu den beiden Weltkriegen, die viel Leid über uns gebracht haben, waren Vertreibungen und Massenflucht eine Konsequenz – und wie gingen wir mit unseren Landsleuten um? Waren sie immer bei uns „willkommen“?

Ein weiterer Abschnitt waren „Krieg 70“ und die Industrialisierung – Eisenerz und Kohle. Um 1910 war Völklingen die drittreichste Stadt im „Reich“! Alles schon mal dagewesen? Man denke heute an Öl, seltene Erden usw…

Ein tiefen Einschnitt hinterließ der 30jährige Krieg. Im „großen Landverderben“ finden sich alle unschönen Eigenarten des menschlichen Wesens: Hexenverbrennungen, Mord und Totschlag. Etwas „besser weg“ kam der Nährstand (Müller, Winzer), geplündert wurde zwar gleichermaßen von Siegern und Besiegten, aber man hatte „Reserven“.

Zurück in die „Neuzeit“: In den 60er Jahren rollten die ersten „Gastarbeiterzüge“ an.

Ein oft zitiertes Beispiel für gelungene Migration sind die Hugenotten im 17./18. Jahrhundert, obwohl sie französisch sprachen – das war aber auch die Amtssprache am Hof. Im Folgenden stellte EMANUEL einige Einwandererfamilien im Köllertal (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) vor:

BALDAUF in Püttlingen: im Ursprung aus Sulzberg in Vorarlberg. Diese Familie betrieb 2 Mühlen in Püttlingen – die Alt- und die Neumühle. Der Müller Johann BALDAUF heiratete um 1720 zu Püttlingen in die begüterte Müllerfamilie BOMMERSBACH.

HEISEL in Püttlingen: Die Familie kommt aus Kauns. Zum Stammvater – Lukas HEISEL – heißt es „ein Maurer aus Tirol“. Er lässt sich 1720 in Püttlingen nieder und nimmt am Wiederaufbau der dortigen Kirche teil.

SANDER: Diese Familie leitet ihren Namen vom Vornamen Alexander ab und schreibt sich manchmal auch ZANDER. Es waren zwei Brüder: Thomas in Heusweiler und Johannes in Walpershofen. Die sehr ähnlichen Handzeichen weisen auf die Verwandtschaft hin. Die Heusweiler SANDER sind katholisch, die Nachkommen des Walpershofener Steinmetzen überwiegend evangelisch.

BICKELMANN: Johann BICKELMANN bewirtschaftet seit 1709 die Köllner Mühle und erbaut 1715 die Neumühle bei Dilsburg. Er stammt aus Enzendorf im Frankenland und heiratet um 1700 zu Knorscheid in die begüterte Müllerdynastie BAUER.

Der Referent stellte die Auswandererthematik aus heutiger Sicht mit heutigen Begrifflichkeiten dar und musste (leider) feststellen: Alles schon mal dagewesen – aber viel schlimmer: Wird es auch so weitergehen?

Einige launige Karikaturen rundeten einen interessanten, aber auch nachdenklichen Abend ab. <NE>

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Neujahrsempfang der Seniorenvereinigung Püttlingen

Wie gewohnt hatte die Seniorenvereinigung Püttlingen dieser Tage zu Ihrem Neujahrsempfang eingeladen. Umrahmt von den  beschwingten Melodien der „Hauskapelle“ Helmut Schmeer und Wolfgang Getrey wurde die erste Veranstaltung im Neuen Jahr ein voller Erfolg: einmal mehr war der Versammlungsraum auf der Ritterstraße bis auf den letzten Platz besetzt, als Helga Schmitt das Gedicht „Glück und Segen für jeden der 365 Tage im Neuen Jahr“ vortrug.

Im Mittelpunkt stand die Rede des Vorsitzenden Rudolf Müller, der sich mit dem Selbstverständnis des Vereins beschäftigte. Bezugnehmend auf das neue Programm äußerte der Referent zentrale Gedanken: Man habe Bewährtes erhalten und zugleich neue Wege beschritten. In diesem Jahr stelle sich die Frage, was man tun könne, um die innere Struktur des Vereins zu verbessern.

In den letzten Jahren gebe es neben dem Programmangebot der SVP auch Veranstaltungen des Seniorenbüros der Stadt Püttlingen, das einen gewissen Wettbewerb darstelle. Trotz dieses ausgeweiteten städtischen Angebotes habe man die Mitgliederzahl konstant halten, ja ausweiten können, seien die Veranstaltungen der Seniorenvereinigung gut besucht. Dies liege daran, dass man ein Alleinstellungsmerkmal habe, hergeleitet aus dem Selbstbewusstsein, dem Gemeinschaftsgeist und der Eigenfinanzierung. Bewusst wolle man das Programm auch weiterhin selbst bestimmen und finanzieren, unabhängig sein und bleiben. Was allerdings die Rahmenbedingungen für den Verein in der Hallenbenutzung und Bewirtschaftung betrifft, mahnen wir eine Gleichstellung an. Dies habe man im Dezember 2019 auch in einem Schreiben an die Stadt Püttlingen vorgetragen. Der Anspruch sei also, führte Rudolf Müller weiter aus, dass man als frei-gemeinnütziger Träger in der Seniorenarbeit z.B. den Versammlungsraum auf der Ritterstraße und bei Bedarf weitere Räume der Stadt Püttlingen frei nutzen könne.

Für besonders wichtig erachtet Rudolf Müller, dass der Kontakt zu den Mitgliedern aufrecht erhalten wird, die aufgrund ihres Alters oder ihrer Krankheit nicht mehr an den Veranstaltungen teilnehmen können. Er dankte allen, die zur Weihnachtszeit die Kranken besucht haben. Am Schluss stand sein Wunsch, Mut und Kraft aufzubringen für alle Seiten des „Älterwerdens“, Toleranz und Nachsicht zu üben. Das Halbjahres-Programm kann hier nachgelesen werden. (ek/RM)

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